Martina Hefters Roman „Nach der Sonne schauen“: Sie hat sich die Deutungshoheit zurückerobert

Wer sich im Gebirge verläuft, sollte ruhig bleiben und nach der Sonne schauen. So hat es Ilona Bartschok gelernt, die Ich-Erzählerin dieses atmosphärenstarken Romans. Doch gilt das noch? Kann man sich auf die Sonne verlassen, sich an ihr und den Sternen orientieren, an der Natur? Oder sind die natürlichen Navigationssysteme hinfällig, seit der Mensch das Unterste zuoberst gekehrt hat und beim Blick in den Himmel längst nicht mehr an Kants „bestirntem Himmel über mir“ denkt, sondern an die Starlink-Satelliten von Elon Musk?