Letztes Spiel in Nationalelf: Große Emotionen bei „Messis letztem Tango“ für Argentinien

Lionel Messi ist von der großen Fußballbühne abgetreten. Beim 3:0 im Freundschaftsspiel gegen Benin lief der 39 Jahre alte Superstar ein letztes Mal für die argentinische Nationalmannschaft auf und wurde dabei von den 85.000 Fans im ausverkauften Monumental-Stadion von Buenos Aires frenetisch gefeiert. 

Fangesänge, grenzenloser Jubel und ein Feuerwerk bildeten die Ouvertüre für einen historischen Fußball-Abend für „Messis letzten Tango“, bei dem die Partie gegen die von dem deutschen Trainer Gernot Rohr betreuten Beniner den Rahmen bot. 

Messi steuerte bei seiner Abschiedsgala selbst einen Treffer per Elfmeter (71. Minute) sowie zwei Vorlagen für die Tore von Nicolás Otamendi (48.) und Nico Paz (61.) bei. Nach dem Spiel projizierte eine spektakuläre Lichtshow die Konturen Messis samt WM-Pokal in den nächtlichen Himmel über der argentinischen Hauptstadt.

„Es war mir eine Ehre, dieses Trikot in den letzten 20 Jahren zu tragen. Ich habe nie aufgehört zu kämpfen. Nicht mehr dabei zu sein, wird mir sehr wehtun. Für die argentinische Nationalmannschaft zu spielen, ist das Schönste, was einem passieren kann“, erklärte ein emotional bewegter Messi nach dem Abpfiff.

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Besonderer Moment der Fußball-Historie

Es war ein besonderer Moment der Fußball-Historie. Keiner hat den Weltfußball in den letzten zwei Jahrzehnten so konstant und nachhaltig geprägt wie Messi. 

Ohrenbetäubend war der Jubel, als die Stadionsprecherin vor dem Spiel „ein letztes Mal“ den Namen des Superstars aufrief. Ein riesengroßes himmelblau-weißes Trikot wurde über den Rasen gespannt, auf dem Messis Nummer 10 sowie ein „Gracias“ („Danke“) in großen goldenen Lettern aufgedruckt war.

„Der Moment ist gekommen“

Bereits vor dem Spiel hatte Messi in einem auf Instagram verbreiteten Video mitgeteilt: „Der Moment ist gekommen. (…) Dieses Trikot war mein Traum, mein Stolz und mein Leben. Danke, dass ihr mich so sehr geliebt habt, ich werde euch vermissen.“

Die Partie gegen Benin war der Schlusspunkt einer über 21-jährigen Länderspiel-Karriere, die am 17. August 2005 gegen Ungarn sehr holprig begonnen hatte. Denn bei seinem Debüt handelte sich der eingewechselte Messi in weniger als einer Minute eine Rote Karte ein, die ihm der deutsche Schiedsrichter Markus Merk wegen einer Tätlichkeit zeigte. 

Messi brauchte tatsächlich einen langen Anlauf, um in der Nationalmannschaft die ganz großen Erfolge zu erzielen und sich in die Herzen seiner Landsleute zu spielen. 

Der Gewinn der Copa América im Jahr 2021 war der erste wichtige Titel, den Messi mit der „Albiceleste“ feiern konnte. Absoluter Höhepunkt war der WM-Triumph 2022 in Katar. Ein weiterer Erfolg bei der Copa América (2024) sowie zwei Vizeweltmeisterschaften (2014 und 2026) runden Messis beeindruckende Laufbahn in der Nationalmannschaft ab, deren Rekordspieler (208 Spiele) und Rekordtorschütze (126 Tore) er ist.

Erfolgsstory mit Trainer Scaloni

Ein entscheidender Faktor dieser Erfolgsstory war die Berufung Lionel Scalonis zum Nationaltrainer im Jahr 2018. Ihm gelang es, eine Mannschaft um Messi herum zu formen. Die Herausforderung wird nun sein, das Vakuum zu füllen, das durch Messis Abschied entstanden ist, und den Umbruch zu gestalten. 

„Zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben hätte ich mir vorstellen können, einmal sein Trainer zu sein, des besten Fußballers der Geschichte“, sagte Scaloni in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Einen Zweiten wie Messi werde es nicht geben, sagte der Trainer, dessen Zukunft als Verbandstrainer über das Jahresende hinaus bislang nicht geklärt ist. 

Messi hatte Ende August seinen Rücktritt aus der Nationalelf erklärt. Das verlorene WM-Finale gegen Spanien und damit der geplatzte Traum einer erfolgreichen Titelverteidigung, dann der Tod seines Vaters Jorge mit gerade mal 68 Jahren hatten Messi zu dem entscheidenden Schritt mit bewogen. Auf Vereinsebene will der 39-Jährige noch bei Inter Miami weiterspielen.

© dpa-infocom, dpa:261007-930-800137/3

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