Kriegt sie die Hütte voll? Helene Fischer im Stadion: Diese Konzerte in Berlin sollten Sie nicht verpassen
Außerdem haben wir für Sie ausgewählt: ein Comeback von Indierock-Helden, ein Pop-Alien aus London, einen unverwüstlichen Eurodance-Schweizer, einen kalifornischen Folk-Barden und eine Königin der Rap-Musik. Dies sind unsere Konzertempfehlungen für die kommende Woche.
1 Sugar

© Beau Sorenson
Eigentlich war das Feld für Bob Mould 1992 bestens bestellt: Acts wie Nirvana und Pearl Jam, deren Sound er mit seiner 1988 aufgelösten Kultband Hüsker Dü maßgeblich beeinflusst hatte, feierten inzwischen Welterfolge. Ein idealer Zeitpunkt, um mit neuen Mitstreitern seinen Teil vom großen Alternative-Rock-Kuchen abzuschneiden.
Doch obwohl „Copper Blue“, das Debütalbum von Sugar, von der Kritik gefeiert und dem aus dem Gitarrenberserker Mould, Drummer Malcolm Travis und Bassist David Barbe (Foto, v.l.) bestehenden Trio eine große Zukunft prognostiziert wurde, blieb der erhoffte Durchbruch aus. Zur Auflösung 1995 führten allerdings eher persönliche Gründe als mangelnde Karriereaussichten.
Das Comeback der furiosen drei kann man nur begrüßen, ist der gleichermaßen von Grunge, britischem Shoegaze-Indierock und US-Powerpop geprägte Sound der vor über 30 Jahren aufgenommenen Sugar-Songs doch besser gealtert als der vieler ihrer Zeitgenossen. (wun)
2 FKA Twigs

Alben der 38-Jährigen, die mit bürgerlichem Namen Tahliah Debrett Barnett heißt, sind immer als Gesamtkunstwerk zu verstehen. Die Musik gehört dazu, das Artwork, die aufwendig produzierten Videos. Und, vielleicht am wichtigsten, die Performance.
Schon als Kind nahm FKA Twigs Ballettstunden, ehe sie mit 17 vom beschaulichen Cheltenham nach London zog, um Tänzerin zu werden. Sie trat mit Kylie Minogue auf, ging mit Ed Sheeran auf Tour. Ihre eigenen Songs veröffentlichte sie auf Bandcamp, bevor sie mit ihrem ersten Studioalbum „LP1“ 2014 die Grenzen des Pop auslotete.
Seitdem hat sie sich einen Namen gemacht als eine der spannendsten Künstlerinnen des Genres, deren Einfluss auf vielen Alben ihrer Kolleginnen zu hören ist.
Einer der beeindruckendsten Live-Acts ist sie ohnehin. FKA Twigs mischt in ihren Shows Tanzstile aus verschiedenen Welten, von Ballett über Pole Dance bis zu Voguing, dem aus der queeren New Yorker Ballroom-Szene stammenden House-Moves.
Der Berliner Auftritt könnte die vorerst letzte Chance sein, FKA Twigs live zu erleben. Denn sie hat sich immer mehr dem Schauspiel zugewandt, ist unter anderem im Popstar-Drama „Mother Mary“ an der Seite von Anne Hathaway zu sehen. Als Nächstes spielt sie die große Josephine Baker im Biopic. Die Dreharbeiten sollen im Herbst beginnen. (iba)
3 Helene Fischer

Dass die 360°-Stadion-Tour 2026 wieder ein Pop-Spektakel der Champions-League-Klasse wird, steht ohnehin außer Frage. (wun)
4 DJ BoBo

© Silvia Grav
Wer Kinder als Zuhörer genauso ernst nimmt wie seine erwachsenen Fans, kann eigentlich kein schlechter Mensch sein.
Insofern ist das bezaubernde Album „Mr. Greg & Cass McCombs Sing and Play New Folk Songs for Children“, das der kalifornische Songwriter 2023 mit einem Lehrer aus San Francisco aufgenommen hat, Beweis einer Vermutung, die man in Anbetracht eines labyrinthisch wuchernden Folk-meets-Psychedelia-Gesamtwerks sowieso hatte.
Cass McCombs steht mit seinen eingängig-aufrüttelnden Songs in einer Traditionslinie, die bis zu Woody Guthrie und John Lennon (vor allem das Solowerk des Ex-Beatles) zurückreicht. (wun)
6 Doja Cat

Doja Cat feierte ihre größten Erfolge an der Schnittstelle von Dancefloor-Pop und Hip-Hop, wobei sie Grace Jones und Madonna ebenso zu ihren Vorbildern zählte wie Missy Elliott und die wegen ihres Trump-Supports in Ungnade gefallene Nicki Minaj. (wun)