Jetzt auch in der Champions League: Deutsche Fußballerinnen können nur noch mithalten, aber nicht mehr gewinnen

Der deutsche Frauenfußball befindet sich nun auch auf Vereinsebene auf einem historischen Tiefpunkt. Nachdem die Fußballerinnen des FC Bayern am Dienstagabend gegen PSG nicht über ein 2:2-Unentschieden hinausgekommen sind, war das Ausscheiden in der Gruppenphase der Champions League besiegelt. Die Münchnerinnen verpassen damit erstmals seit der Spielzeit 2017/18 den Einzug unter die letzten acht.

Zudem ist es das erste Mal seit der Einführung der Champions League der Frauen zur Saison 2001/02, dass kein Bundesliga-Team im Viertelfinale steht. Eintracht Frankfurt schied bereits in der vergangenen Woche aus und der VfL Wolfsburg schaffte nicht mal die Qualifikation für die Gruppenphase. Es ist eine Entwicklung, die sich schon länger angedeutet hat.

Zwar haben die Wolfsburgerinnen im vergangenen Sommer noch das Finale der Champions League erreicht, das Endspiel, das der FC Barcelona hochverdient gewann, zeigte allerdings deutlich auf, wie sehr das Leistungsvermögen auseinanderklafft.

Diesen Eindruck hatten die Zuschauer in München am Dienstagabend sicher nicht, wohl auch wegen des dramatischen Spielverlaufs, in dem die Bayern zweimal in Führung gingen und die Gegentore denkbar unglücklich kassierten. Dennoch ist es so, dass das Team von Alexander Straus den Anspruch hatte und auch haben sollte, trotz der seiner Meinung nach „schwierigsten Gruppe“ mit der AS Rom und Ajax Amsterdam die K.-o.-Phase zu erreichen.

Das Scheitern der drei deutschen Teams hat dargelegt, dass sie zwar gut mithalten können mit den Topteams, es aber für Siege einfach viel zu selten reicht. Und ganz so stark, wie Straus behauptet, war die Münchner Gruppe dann vielleicht doch nicht. Denn zu den Gegnerinnen zählte kein Klub aus Spanien oder England, also aus den beiden Ländern, die den europäischen Klubfußball aktuell dominieren.

Der Grund für den Misserfolg liegt vor allem in der vergleichsweise schwachen Bundesliga. Den deutschen Topteams fehlt der alltägliche Vergleich auf absolutem Topniveau. Wenn vor oder nach Spielen in der Champions League der nächste Gegner 1. FC Nürnberg oder MSV Duisburg heißt, ist lediglich die körperliche Belastung hoch, nicht aber der fußballerische Anspruch. Zumindest nicht mit Blick auf die Premier League oder die Primera División.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sollte daher damit aufhören, gebetsmühlenartig auf die gestiegenen Zuschauerzahlen zu verweisen und vielmehr anfangen, wieder das Sportliche sowie die finanzielle Unterstützung aller Vereine in den Fokus zu rücken – und zwar schnell.