Angela Winkler im Gespräch: „Ich habe in Neukölln immer mein kleines Messer dabei“

Frau Winkler, vor ein paar Wochen sah ich Sie auf der Sonnenallee stehen und glaubte an eine Fata Morgana. Theaterstars sind da sonst nie zu erblicken. Dann las ich aber, dass Sie schon lange in Neukölln leben. Mit Begeisterung?
Am Anfang war es schwer für mich, weil ich vorher direkt am Berliner Ensemble wohnte. Und hier gab es ziemlich viel Dreck. Den gibt es immer noch, aber ich liebe die Multikulti-Atmosphäre. Ich habe hier Luft, das Tempelhofer Feld, die Friedhöfe an der Hermannstraße, da kann ich gut Rollen lernen. In der Bretagne, wo wir Hof und Garten haben, und das Meer nur ein paar Minuten entfernt ist, gibt es keine Ausgeh-Kultur. Wenn ich dann zurück nach Berlin komme, muss ich sofort ins Kino gehen.