Früherer Hertha-Star Fabian Reese verlässt Instagram: Mit ihren Pfiffen haben die Fans eine Grenze überschritten
Er galt als Instagram-Star, nun hat er seinen Account mit über 100.000 Followern deaktiviert. Fußballspieler Fabian Reese hat sich entschieden, die Social-Media-Plattform zu verlassen, und die Gründe dafür lassen tief blicken.
Der Stürmer wechselte im Sommer von Hertha BSC zum VfL Wolfsburg und wurde seitdem bei Spielen immer wieder ausgepfiffen. Die Kritik an seinem Wechsel war zunächst nachvollziehbar. Über Jahre hatte sich Reese als Berliner Identifikationsfigur inszeniert, eigenen Merch auf den Markt gebracht und den Kult um seine Person damit auf die Spitze getrieben. Dass er ausgerechnet nach Wolfsburg wechselte, fanden Fußballtraditionalisten ätzend, und das ist nur allzu gut nachvollziehbar.
Der Umgang mit Reese steht jedoch in keinem Verhältnis zu dem, was er getan hat. Er entschied sich für einen Verein, der besser bezahlt und klare Ambitionen äußerte, in die Bundesliga aufsteigen zu wollen. Nicht mehr und nicht weniger.
Was folgte, waren Hohn, Pfiffe und böse Kommentare. Inzwischen muss man von Mobbing sprechen. Sogar seine Verlobte Johanna Grünewald sah sich veranlasst, Stellung zu beziehen. Ihr sei bewusst, dass Fußball Emotionen auslöse, schrieb sie in einem Post. „Das ist ja genau das, was diesen Sport so besonders macht (…). Was ich aber unterschätzt habe, ist, wie sehr Worte treffen können.“
Ja, Worte können verletzen, und Pfiffe können es auch. Bei allem sportlichen Ehrgeiz und Wettbewerb darf am Ende nicht vergessen werden, dass hinter dem Profisportler ein Mensch steht. Fabian Reese wirkte Ende August, als er im Spiel beim Karlsruher SC ausgepfiffen wurde, sichtlich getroffen. Im Anschluss an die Partie sagte er: „Mir tut es sehr weh. Es ist einfach verletzend.“
Die Gründe für die Pfiffe sind fadenscheinig
In den Kommentarspalten äußerten einige Nutzer zwar Verständnis dafür, es gab aber auch Stimmen, die meinten, Reese hätte damit rechnen müssen. Schließlich gebe es die Fanfreundschaft zwischen Hertha und dem KSC, da sei diese Reaktion nur angemessen.
Bei den darauffolgenden Spielen gingen die Pfiffe einfach weiter. Wie soll ein Spieler sich da noch auf seinen Sport konzentrieren? Wie soll er die Zweifel im Stadion lassen und nicht mit nach Hause nehmen? Wie soll er sich von den verletzenden Kommentaren frei machen?
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