James Blake, The Notwist, Unheilig und Soft Machine: Die Alben der Woche im Soundcheck

James Blake: „Trying Times“ (Good Boy Records)
Oh, ja… Wir leben in herausfordernden Zeiten und brauchen immer mehr die Kunst und die Musik, die sie reflektieren und uns in der Dunkelheit an die Hand nehmen. Soundcheck-Award-Gewinner James Blake, der durchaus auch als One-Hit-Wonder hätte enden können, triumphiert auf diesem, seinem siebten Album. All das, was ihn ausmacht, ist da: die Stimme, die Fusion aus R’n’B und dunkler Elektronik. Blake ist aber eben auch älter geworden und seine Musik kommt mit einer vorher nicht dagewesenen Gravitas. Andreas Müller, Moderator


The Notwist: „News From Planet Zombie“ (Morr Music)
Die fünf großen „K“s der menschlichen Ängste sind symbolisch in einer Gattung vereint: Zombies! Kontrollverlust, Krankheit, Konformitätsdruck, Kollaps der Zivilisation und Angst vor Auswirkungen der Konsumgesellschaft. Wer fühlt sich also beim Titel des neuen Albums einer der international anschlussfähigen deutschen Bands nicht angesprochen?

The Notwist verarbeiten die Gegenwart: Musik als Ventil zwischen großer Verletzlichkeit und rauer, wütender Energie. Denn alles ist überall gleichzeitig: Krisen und Dinge, die Hoffnung machen. Der Angst zum Trotz und die KI ignorierend, wurde mit größerem Ensemble aufgenommen. Viele Menschen, viele Instrumente, ein Raum, live. Gemeinschaft. Vielleicht ist sie die Lösung. Claudia Gerth, radioeins

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Soft Machine: „Thirteen“ (DYAD Records)
Kaum zu glauben: Diese Langspielplatte ist tatsächlich erst das 13. Studioalbum in der 60-jährigen Geschichte der legendären, aus der Canterbury Scene hervorgegangenen Gruppe. In dieser Zeit durchliefen mehr als 30 Musiker diese Talentschmiede, darunter Größen wie Robert Wyatt, Kevin Ayers oder Jack Bruce. Sie wandelte sich von der Folkrock- über die Progrock- zur Jazzrockband. Einzige Konstante blieb der Hang zu manchmal endlosen Improvisationen.

Heute wird die Band vom Gitarristen John Etheridge angeführt, der mit Unterbrechungen seit fünfzig Jahren dabei ist. Und Soft Machine klingen so großartig wie eh und je. Außer den Grateful Dead, ihrem psychedelischen Gegenstück aus Kalifornien, hat keine andere Gruppe die Geschichte der progressiven Rockmusik so geprägt. Wir verneigen uns. Christian Schröder, Tagesspiegel