„Staatsschutz“ auf der Berlinale: Der Film, den Deutschland gerade braucht

Die objektivste Behörde der Welt hat ein Nazi-Problem. Klingt nach einer Schlagzeile aus dem Deutschland der 1950er Jahre, als sich Justiz, Politik, und Wirtschaft noch fest in der Hand der Kriegs-Generation befanden. In einer Zeit wachsender AfD-Präsenz in deutschen Parlamenten und öffentlichen Ämtern gewinnt der Befund gerade aber wieder an Aktualität. „Wir sind die objektivste Behörde der Welt, wir können gar nicht anders“, sagt Oberstaatsanwalt Quant (Sebastian Urzendowsky) in dem Justiz-Thriller „Staatsschutz“ zur Kollegin Seyo Kim (Chen Emilie Yan), der bei ihren Ermittlungen in einer Reihe rassistischer Anschläge ständig „von oben“ Steine in den Weg gelegt werden. „Vielleicht fehlt ihnen einfach die Distanz zu den Tätern“, entgegnet sie nur trocken.