WM-Sieg gegen Saudi-Arabien: Geburtstagsparty mit Yamal-Tor: Spanien zeigt seine Klasse

Wunderknabe Lamine Yamal trifft bei seiner Premiere nach wenigen Minuten, Trainer Luis de la Fuente freut sich über das perfekte Geburtstagsgeschenk: Spanien hat bei seinem zweiten WM-Spiel Saudi-Arabien in Atlanta mit 4:0 (3:0) deklassiert und nach dem blamablen 0:0 gegen Kap Verde für einen Befreiungsschlag gesorgt. „Ich bin sehr glücklich, dass wir den Spieß umgedreht haben. Ich bin glücklich über den Sieg und die Gefühle“, sagte Doppeltorschütze Mikel Oyarzabal über einen Dolmetscher bei MagentaTV.

An seinem 65. Geburtstag stellte de la Fuente den lange verletzten Yamal in die Startelf. Als dieser seinen Gegenspieler mit einem Trick nach nur 35 Sekunden das erste Mal von den Beinen holte, feierte ein Großteil der 68.239 Fans euphorisch. In der 10. Minute erlöste Yamal den Europameister mit der Führung, Oyarzabal (21./24.) ließ Spanien schon vor der ersten Trinkpause uneinholbar davonziehen. Ein Eigentor von Hassan Al-Tambakti (49.) machte die Lage für den WM-Gastgeber von 2034 noch aussichtsloser.

299 torlose Minuten – dann kam Yamal

Vor dem Spiel hatte die Sporttageszeitung „Marca“ mahnend vorgerechnet, dass Spanien bereits seit 289 WM-Minuten ohne Torerfolg sei. Also lieferte Yamal bei seinem ersten WM-Einsatz rechtzeitig sein erstes Tor, um die 300 Minuten gar nicht erst voll werden zu lassen. Oyarzabal setzte sich auf der linken Seite durch, drosch den Ball quer durch den Strafraum – und Yamal musste am hinteren Pfosten nur noch den Fuß hinhalten.

Damit war Yamal zwei Wochen jünger als ein gewisser Lionel Messi bei seinem ersten WM-Tor. Für eine spanische Bestmarke reichte es allerdings nicht. Barça-Teamkollege Gavi, drittjüngster Torschütze der WM-Geschichte, war 2022 bei seinem Tor über ein halbes Jahr jünger als Yamal heute.

Oyarzabal liefert doppelt

Spanien präsentierte sich völlig anders als noch gegen Kap Verde. Die Außen wurden ebenso konsequent gesucht wie Abschlüsse. Frei nach dem Motto: Wer nicht schießt, kann nicht treffen. Dachte sich auch Oyarzabel, traf binnen drei Minuten erst aus dem Gewühl nach einer Ecke und anschließend nach einer wunderbaren Kombination, die die Saudi-Abwehr völlig den Überblick verlieren ließ. „Ich bin glücklich, dass ich diese Leistung gebracht habe“, gestand der 29-Jährige.

Jener Oyarzabal, der nach der ersten Partie noch symbolisch für die spanische Harmlosigkeit stand. Dem 29-Jährigen war in den ersten 30 Minuten des Spiels kein einziger Ballkontakt vergönnt – das hatte es laut Datenanbieter Opta seit Beginn der Aufzeichnung 1966 noch nicht gegeben. Heute war er kurz vor einem Hattrick, traf aber nach einem Fehler von Saudi-Keeper Mohammed Al-Owais nur die Latte (36.).

Schonung für Yamal

Schon in der Halbzeit nahm de la Fuente in Oyarzabel und Yamal die beiden neben Dani Olmo bestimmenden Spieler vom Platz – offenbar zur Schonung mit Blick auf das lange Turnier. Der Treffsicherheit Spaniens schadete das nicht, zumal der Gegner unfreiwillig mithalf. Marc Cucurellas Schuss parierte Al-Owais noch, doch der Ball prallte von Al-Tambakti ins Tor. Ein fünfter Treffer von Ferran Torres in der Nachspielzeit wurde nach langer Videoüberprüfung wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt.

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