Schwedenrätsel: Robyn ist (mal wieder) zurück: Diese Konzerte in Berlin sollten Sie nicht verpassen

Außerdem haben wir für Sie ausgewählt: einen mürrischen Meistersänger, kalifornische Metal-Giganten, ein australisches Geschwisterpaar, japanische Postpunk-Nerds und zwei Festivals mit sehr abwechslungsreichen Musikprogrammen. Dies sind unsere Konzertempfehlungen für die kommende Woche.

1 DYGL

Dygl
Präziser Postpunk aus Japan: DYGL.

© Annibale Bookings/Promo

Pop aus Japan wird „im Westen“ meist nur dann wahrgenommen, wenn er sich von europäischen oder amerikanischen Rezeptionsmustern abhebt.

Schulmädchen-Metal oder Extrem-Noise ist von daher hierzulande öfter zu erleben als eine Band wie DYGL (sprich „Dayglo“), deren musikalische Sozialisation unüberhörbar vom Postpunk-Revival der Nullerjahre geprägt wurde.

Passenderweise wurde ihr Debütalbum 2017 von Strokes-Gitarrist Albert Hammond Jr. produziert, der den Sound des Quartetts aus Tokio veredelte. Songs wie „Let It Out“ oder „Half Of Me“ sind knackige Indie-Hits ohne Exotenbonus.

2 Sonic Pluriverse Festival

Hassan Boussou
Freakfolk-Exot: Seth Faergolzia singt bei „Down By The River“.

© Grace Walker

Zu den sympathischsten Fixpunkten im sommerlichen Berliner Konzertkalender gehört das (fast) alljährliche Indiepop-Festival „Down By The River“.

Liebliche Locations am Wasser, faire Preise, faszinierende Line-ups voller Geheimtipps und Szenelieblinge und eine Wohlfühlatmosphäre prägen das stets liebevoll kuratierte Festival, das zum fünfzehnten Mal stattfindet.

Freuen dürfen wir uns etwa auf den New Yorker Avant-Folk-Visionär Seth Faergolzia (Foto) und seine fragilen Moritaten aus verwunschenen Gefilden.

Die Hamburgerin Frau Kraushaar stellt kopflastigen Kunstpop vor, Freschard aus Dijon spielt burgundischen Scheunenfolk, Paloma 004 dreschen rustikalen Garagenrock, Räubertochter rappen Atzen-Techno. Und vieles mehr.

Die Heterogenität ist Programm, sie lässt sich am besten beim zwanglosen Flanieren zwischen den beiden Bühnen genießen.

4 Morrissey

Morrissey

Wer sich von Morrissey in seiner Rolle als „Grumpy Old Man“ nicht abschrecken lässt, wird entdecken, dass der 67-Jährige immer noch ein grandioser Sänger und Entertainer ist.

5 Robyn

Robyn

Die aus dem Leben gegriffene Vermengung von Euphorie und Melancholie in ihren Songs, aber auch ihre Selbstinszenierung als autonome Künstlerin, wurde stilbildend für jüngere Stars wie Dua Lipa, Taylor Swift oder Charli XCX.

Robyn blieb sich in ihrer Unberechenbarkeit treu. Jede Erwartung, endlich ihr Star-Potenzial abzurufen, wurde unterlaufen durch branchenunübliche Schaffenspausen: Jeweils acht Jahre vergingen, ehe sie 2018 und 2026 neue Alben vorlegte.

Das jüngste Werk „Sexistential“ reflektiert ihre Existenz als von der romantischen Liebe desillusionierte Frau Mitte 40, die weder dem Sex noch dem Wunsch nach Mutterschaft (Robyn ist Mutter eines durch künstliche Befruchtung gezeugten Sohnes) abgeschworen hat.

Dass dieses Programm Robyn nicht nur zum feministischen Role Model macht, sondern, etwa mit dem Ohrwurm „Dopamine“, auch existenzialistische Popmusik für den Dancefloor hervorbringt, kann nicht genug gepriesen werden.

6 System Of A Down

System Of A Down
Hype muss nicht sein: Angus & Julia Stone.

© Trinity/Promo

„Spießig, aber unwiderstehlich“ nannte „Spiegel“-Redakteur Tobias Rapp 2017 den folkigen Pop von Angus & Julia Stone anlässlich des vierten Albums „Snow“.

An diesem Befund hat sich nichts Wesentliches geändert: Scheinbar abgekoppelt von der Aufgeregtheit der restlichen Popwelt veröffentlicht das australische Geschwisterpaar alle paar Jahre eine neue Platte.

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