Monika Maron über ihr Leben in der DDR: „Kämpfen, auch wenn man weiß, dass man keine Chance hat“

Es ist der 31. März 1986, und Monika Maron hält sich wieder einmal in Schuckmannshöhe auf. In „diesem Nest jenseits des Wirklichen“, wie sie es nennt, ein Örtchen in Mecklenburg-Vorpommern, damals DDR-Bezirk Neubrandenburg, wo sie ein Häuschen hat. Sie schreibt in ihr Tagebuch, wie sehr sich darüber wundere, dass sich von den Autoren und Autorinnen ihrer Generation niemand für Ernst Toller oder Erich Mühsam interessiert. Deren Mut und Moral fühle sie sich selbst sehr verbunden: „Auch das: kämpfen, wenn man auch weiß, dass man keine Chance hat, den Kampf auch zu gewinnen. Nicht aufhören zu wollen.“