Kunst-Star Maurizio Cattelan im Interview: „Jede Stadt überlebt irgendwann ihren eigenen Mythos“

Herr Cattelan, anlässlich der Verleihung des Preises der Nationalgalerie haben Sie erstmals eine Einzelausstellung in Deutschland. Was verbindet Sie mit Berlin?
Meine Beziehung mit der Stadt begann 2006. Damals kuratierte ich zusammen mit Ali Subotnick und Massimiliano Gioni die 4. Berlin Biennale. Meine eigene künstlerische Arbeit musste damals pausieren, während ich mit den beiden durch Deutschland gereist bin, um dieses Land über seine Künstler zu verstehen. Ich hatte immer schon das Gefühl, dass es zwei Arten gibt, mit Geschichte zu leben. Manche Städte bewahren sie, andere streiten weiterhin mit ihr. Berlin gehört zur zweiten Kategorie. Die Auseinandersetzung fühlt sich hier nie abgeschlossen an, und genau das gefällt mir daran.