Fußball-WM: Technische Studiengruppe: WM-Aufstockung ein Erfolg

Nach Ansicht der technischen Studiengruppe der FIFA war die Aufstockung des WM-Teilnehmerfelds von 32 auf 48 Mannschaften ein Erfolg. Befürchtungen, dass das XXL-Turnier für einige kleinere Teams zu einem Desaster werden könnte, hätten sich nicht bestätigt, meinte der frühere Startrainer Arsène Wenger bei einer Presskonferenz im Final-Stadion von East Rutherford. Die Qualität dieser Fußball-WM sei „sehr hoch“ gewesen.
Die Unterschiede zwischen den vermeintlich großen und kleinen Teams werde geringer, erklärte Wenger, der einstige Trainer des FC Arsenal. Als Beispiel nannte er Außenseiter Kap Verde, der beim WM-Debüt das Sechzehntelfinale erreichte und dort erst nach Verlängerung gegen Argentinien verlor.
Zeit-Regelungen machen sich bemerkbar
Die technische Studiengruppe, der auch der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann angehört, hat die Spiele der WM in den USA, Kanada und Mexiko ausführlich analysiert. Die erfassten Daten würden zeigen, dass sich einige Regeländerungen bewährt hätten, erklärte Wenger. Viele Abstöße vom Tor seien schneller ausgeführt worden, die Anzahl medizinischer Interventionen sei zurückgegangen. Die Schiedsrichter waren vor dem Turnier angehalten worden, entsprechende Verzögerungen zu unterbinden oder im Zweifelsfall zu ahnden.
Die Anzahl der Weitschusstore habe sich im Vergleich zur WM in Katar vor vier Jahren verdoppelt, rechnete die Gruppe vor. „Wir haben gesehen, dass viele Teams tief verteidigt haben und schwer zu durchbrechen waren“, erklärte Klinsmann dazu. Er könne sich vorstellen, dass viele Mannschaften in Zukunft „diesen tiefen Block kopieren“ würden – auch auf Vereinsebene.
Trinkpausen? Ausführliche Analyse soll folgen
Im Durchschnitt würden die Teams ohne Ballbesitz auch länger in einer tiefen Verteidigung verharren als noch bei der WM 2022, hieß es weiter. Schnelles Umschaltspiel sei gefragt. Auch Spanien und Argentinien, die am Sonntag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) im Finale stehen, würden das so praktizieren.
Torhüter würden öfter die Linie verlassen und Bälle mit der Faust abwehren, war eine weitere Erkenntnis. Das liege auch daran, dass sie besser geschützt würden, meinte der frühere Schweizer Nationalkeeper Pascal Zuberbühler.
Mögliche Auswirkungen der vieldiskutierten Trinkpausen werde man nach dem Turnier noch einmal ausführlich analysieren, kündigte Wenger an. Der Franzose räumte ein, dass sie nicht überall auf Zustimmung gestoßen seien. Seinem Eindruck nach hätten sie die Ergebnisse aber nicht sonderlich beeinflusst.
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