AfD-Anfeindungen gegen Satiriker: Diesmal macht das ZDF alles richtig
Am 18. Dezember wird Jan Böhmermann sein letztes „ZDF Magazin Royale“ im Zweiten präsentieren, bereits am 26. November wird Kurt Krömer zum ersten Mal mit „Krömers letzte Stunde“ bei ZDFNeo auf Sendung gehen. Beide Moderatoren sind in diesen Tagen besonders heftigen Attacken seitens der AfD und Teilen ihrer Wählerschaft ausgesetzt.
Böhmermann ließ sich jüngst mit weißem Helm und auf einem blauen Simson-Moped „überfahren“. Ulrich Siegmund, AfD-Frontmann in Sachsen-Anhalt, sprach prompt von „Gewaltfantasien niederträchtigster Art“.
Kurt Krömer machte in einem Instagram-Beitrag deutlich, dass er bei seiner Lesetour 2027 keinen AfD-Wähler im Publikum wissen möchte: „Euer Geld möchte ich nicht, das stinkt, genauso wie ihr.“ Sofort hagelte es eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung und Beleidigung, begleitet von der Petition „AfD-Wähler als ‚Schweinegesichter‘ – ZDF muss die Zusammenarbeit mit Kurt Krömer beenden!“, die der Brandenburger AfD-Abgeordnete Dennis Hohloch initiierte.
Das ZDF blieb cool, verteidigte den Böhmermann-Einspieler mit dem Verweis darauf, dass sich das „ZDF Magazin Royale“ satirisch mit aktuellen Themen auseinandersetze. Dazu gehöre auch, „ironische Mehrdeutigkeit als Stilmittel zu nutzen, um Pointen zu erzeugen“. Und Krömers Instagram-Post sei dessen Privatsache, weil er nicht im Rahmen seines ZDF-Engagements passiert sei.
Die AfD bevorzugt in ihren Reaktionen Humorlosigkeit, Empörung und Wut, bewährte Mittel, um die Anhängerschaft anzustacheln, wenn nicht aufzuhetzen. Und sie lässt keine Zweifel daran, dass ein AfD-Ministerpräsident Siegmund die Medienstaatsverträge möglichst kündigen will. Für diesen Plan kann es bei den rechtsextremen Anhängern gar nicht genug Beifall und Aufmerksamkeit geben, also wird er permanent wiederholt.