Berühmt für seine Swimmingpool-Bilder: Mit David Hockney geht ein Gigant der Malerei
Eines von David Hockneys berühmtesten Gemälden heißt „A Bigger Splash“, „Der große Spritzer“. Das Bild ist von 1967 und zeigt eine modernistische, roséfarbene Villa mit einem Swimmingpool davor. Im blauen Wasser taucht ein ordentlicher Schaumspritzer auf. Jemand scheint soeben ins kühle Nass gesprungen zu sein. Vom rechten Bildrand ragt das Sprungbrett in die Komposition. Das Gemälde zeigt die Quintessenz des kalifornischen Lebensgefühls.
Hockney, der die grauen Himmel Englands gewohnt war und seine Heimat, die Industriestadt Bradford in Yorkshire, als „radikal und arbeiterklassig“ beschrieb, gilt als einer der ersten Künstler, die L.A. zu ihrem Hauptmotiv gemacht haben.
1964 zog der Brite, der als viertes von fünf Kindern in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen war, nach Los Angeles. Von der amerikanischen Westküste, die er in jungen Jahren während einer Reise kennenlernte, war er Zeit seines Lebens fasziniert. In seinen Pop-Art-Gemälden fing er die Atmosphäre der Stadt, die Farben, die Palmen, die Häuser und das Sonnenlicht ein. Seine Serie mit Swimmingpools machte ihn weltberühmt. Die Heiterkeit und freche Unbekümmertheit, die seine Bilder ausstrahlen, wurden zu seinem Erkennungszeichen. 2018 wurde eines seiner Swimmingpool-Bilder zum Rekordpreis von fast 70 Millionen Pfund bei einer Auktion verkauft.

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Hockney pflegte nicht nur einen flamboyanten Kleidungsstil mit auffälligen Tweed-Jackets und runder schwarzer Brille als Grundausstattung, er war auch extrem neugierig und experimentierfreudig. Als Künstler arbeitete er mit fast allen Medien, die seine Zeit hergab: Er zeichnete, fotografierte, schuf Inneneinrichtungen und Bühnenbilder, Videoinstallationen, gestaltete Glasfenster, malte im Freien wie die Alten Meister und war digitaler Pionier.

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Ab seiner ersten Einzelausstellung 1963 in der Londoner Galerie Kasmin nahm seine Karriere Fahrt auf. Der berühmte amerikanische Kurator Henry Geldzahler wurde zu einem seiner wichtigsten Förderer und Mentoren. 1979 war Hockney einer der Mitbegründer des Museum of Contemporary Art (MOCA) in Los Angeles. Seine Werke waren in zahlreichen bedeutenden Museen weltweit ausgestellt.
Hockney, der seine Homosexualität offen lebte – auch als sie in Großbritannien noch verboten war –, schuf zahlreiche Porträts von Liebhabern und Freunden. Berühmt ist etwa sein Porträt „Mr and Mrs Clark and Percy“ von Anfang der Siebzigerjahre, in dem die Ikonen der britischen Modewelt, Ossie Clark und Celia Birtwell, mit ihrer Katze Percy dargestellt sind. Während in klassischen Doppelporträts eher die Männer stehen und die Frauen sitzen, stellte Hockney seine alten Freunde genau umgekehrt dar, ein subtiler Kommentar zu den Machtverhältnissen in dieser Ehe.
Die Fondation Louis Vuitton zeigte 2025 rund 400 seiner Bilder, darunter auch etwa 50 seiner berühmten Doppelporträts. Die Stiftung überließ Hockney das gesamte Gebäude und der Künstler war persönlich in jedes Detail der Ausstellungsgestaltung involviert. Es sei die größte Ausstellung, die er jemals gehabt habe, sagt er im Vorfeld, und: „I think it’s going to be very good.“
Die letzten 25 Jahre seines Lebens hat Hockney in seiner britischen Heimat Yorkshire, in der Normandie und in London verbracht. Er starb im Alter von 88 Jahren „friedlich zu Hause“, wie die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf seinen Publizisten mitteilte.