Überraschungsauftritt von Madonna in New York: Dancefloor auf dem Times Square
Ein Eckhaus am Times Square. Auf der Höhe des ersten Stocks biegt sich ein gigantischer Screen um die Fassade. Langsam öffnen sich darin zwei riesige Türen und geben den Blick frei auf eine Bühne mit DJ-Pult und Lautsprechertürmen.
Unter einem pinkfarbenen Schleier sitzt Madonna, sie wirft ihn ab und ihr Song „I Feel So Free“ beginnt. Hunderte Menschen auf den Bürgersteigen, Vordächern und Emporen blicken jubelnd zu ihr auf. So setzt man mitten in New York ein Showhighlight. Es ist Donnerstagabend und Madonna startet mit einem Gratiskonzert in die heiße Promophase ihres neuen Albums „Confessions II“, das am 3. Juli erscheinen wird.
Es ist eine spektakuläre, perfekt kalkulierte Aktion, die live gestreamt wird und auf Madonnas Coachella-Überraschungsauftritt an der Seite von Sabrina Carpenter folgt. Diesmal wird die 67-jährige Sängerin von Stuart Price begleitet, der hinter dem DJ-Pult an den Knöpfen dreht. Er hat das neue Album produziert, genau wie Madonnas „Confessions On A Dancefloor“ aus dem Jahr 2005, ihr letztes wirklich überzeugendes Werk, an das sie nun anschließen will.
Und so klingt die schon im April veröffentlichte Single „I Feel So Free“ denn auch wie eine milde modernisierte Fortschreibung des Sounds von damals. Das sich anschließende Carpenter-Duett „Bring Your Love“ geht in Richtung House-Pop und löst am Times Square mit den ersten Beats Freudenschreie aus. Statt mit der jungen Kollegin präsentiert Madonna den Song mit zwei Tänzerinnen auf der silbernen Drehscheibe.
Alle drei tragen pink-violette Korsagen, rekeln sich umeinander, bis eine der Tänzerinnen sich auf den Rücken legt, ihr Becken in die Höhe reckt und Madonna sich mit gespreizten Beinen über deren Scham hockt. Als sie dort ein wenig herumschubbert, kommen Erinnerungen an ihre legendären Bühnenküsse mit Britney Spears und Christina Aguilera auf. Sexpositiv und queerfreundlich ist Madonna ja schließlich schon seit Jahrzehnten.
Die Nähe zur LGBTIQ-Community, insbesondere zu den Schwulen, sucht sie derzeit wieder verstärkt. So wird der Auftritt am Times Square vom Anbieter der schwulen Dating-App Grindr präsentiert, dessen Maskenlogo auf den großen Leinwänden omnipräsent ist. Auch in der App selbst hatte Madonna die Nutzer vor einigen Wochen schon mit kleinen Werbedurchsagen („Hallo Grindr! Hier ist Mother!“) überrascht.
„Hit Me Hard and Soft“-Tour im Kino Billie Eilish lässt sich kratzen Popstar Robyn über ihr Kind, Dating und ihr neues Album „Alleinerziehende Mutter zu werden, hat mir Angst gemacht“ Paul McCartneys famoses Alterswerk „The Boys of Dungeon Lane“ Geheimcode der Kindheit
Lesen Sie jetzt auch:
Als Madonna ihr Set mit „I Love New York“ und dem unverwüstlichen „Hung Up“ – beide vom ersten „Confessions“-Album – beschließt, wird aber noch mal klar, warum sie die Krone so lange getragen hat. Dass der Nachfolger an dieses Niveau heranreicht, erscheint nach den bisher veröffentlichten Songs unwahrscheinlich. Besser als das ziellose „Madame X“ von 2019 dürfte es allerdings werden.