Herbert Grönemeyer wird 70: Volkes Stimme

Mensch, der Herbert. Wird er also auch älter. Seine Hits werden es nicht, und das ist nur eine Verrücktheit im tumultigen Leben des jetzt 70 Jahre alten Popstars, dessen Lieder alle Generationen auswendig mitsingen können. Der erfolgreichste deutschsprachige Musiker hat viele Wandlungen hinbekommen – angetrieben von seinem Naturell, das Optimismus und Tiefgang, Ernsthaftigkeit und Blödelei zu musikalischer Poesie vertont und dabei unnachgiebig neugierig bleibt auf die größten Geheimnisse der Welt: jenen in uns selbst.

„Gib mir mein Herz zurück / Du brauchst meine Liebe nicht.“ Hat nicht jede und jeder schon einmal so gefühlt? Grönemeyer (ja, der Herbert hat auch einen Nachnamen) geht mit seinen Texten zu Herzen, zeigt innere Verwundbarkeiten, Verheilungen und Verschorfungen, kleine bleibende Narben und die große Sehnsucht, dass eine Hand sanft über unsere Haut streicht. Liebe zueinander zu suchen und zu finden – auch in der Kunst ist das die größte Kunst. Herbert Grönemeyer beherrscht sie scheinbar spielerisch. Dabei ist er vor allem ein Arbeiter, nicht nur qua Herkunft.