Ein Hoch auf das Vorspiel: Tugan Sokhiev führt die Philharmoniker in Berlioz’ Abgrund

Wer ausgedehnte Vorspiele mag, muss Hector Berlioz’ „Symphonie fantastique“ eigentlich lieben. In gewisser Weise ist die ganze Sinfonie nichts als das großangelegte Präludium zur Beziehung des Komponisten mit der Schauspielerin Harriet Smithson, in die er sich 1827 unglücklich verliebte. Sie beantwortete keinen seiner Briefe, ließ ihn mit seinen Fantasien allein, und so beschloss er, der von seiner Obsession einfach nicht ablassen konnte, sein Leid in Musik zu fassen.