Preissumme beim Kunstpreis Berlin halbiert: Akademie der Künste kritisiert Sparpolitik des Landes
Die Berliner Akademie der Künste (AdK) kritisiert die Halbierung des Preisgeldes für den Kunstpreis Berlin durch das Land Berlin. Die Reduzierung betrifft bereits den aktuellen Preis, der am 18. März an die US-Komponistin und Sängerin Meredith Monk und sechs weitere Preisträgerinnen vergeben wird. Präsidialsekretärin Bettina Huber erklärt im Gespräch mit dem Tagesspiegel, dass die AdK als Bundeseinrichtung die fehlenden 22.500 Euro aufgestockt hat, um die Kürzung dieses Mal noch auszugleichen.
Die Auszeichnung wird vom Land Berlin finanziert und von der AdK vergeben. Die Kürzung wurde der Akademie nach eigenen Angaben im Oktober 2025 „als Randnotiz unter ‚Sonstiges‘“ durch eine Vertreterin der Senatsverwaltung mitgeteilt, wie Huber sagt.
Der Kunstpreis Berlin wird seit 1948 vergeben und erinnert an die Märzrevolution von 1848. Er ist ausdrücklich als politischer Preis konzipiert. Das Land Berlin stellt bislang insgesamt 45.000 Euro für die sieben Auszeichnungen bereit: 15.000 Euro für den Großen Kunstpreis und 5.000 Euro für die weiteren Preise. Die angekündigte Halbierung würde jede Dotierung deutlich verringern. Andere, ebenfalls vom Land vergebene Kulturpreise seien ebenfalls betroffen, sagt Huber.
Hannah-Höch-Preis ebenfalls betroffen
So wird die Verleihung des seit 1996 alle zwei Jahre vergebenen und mit insgesamt 80.000 Euro dotierten Hannah-Höch-Preises dieses Mal ausfallen. „Aufgrund der Haushaltslage des Landes Berlin stehen im Doppelhaushalt 2026-2027 für den Hannah-Höch-Förderpreis keine Mittel zur Verfügung“, heißt es dazu auf der Website der Kulturverwaltung. Den Preis haben unter anderem so renommierte Künstlerinnen wie Cornelia Schleime, Johannes Grützke oder Helga Paris erhalten.
Eine spezifische Begründung für die Einsparungen beim Kunstpreis Berlin habe es nicht gegeben, so AdK-Präsidialsekretärin Bettina Huber. Sie seien Teil der allgemeinen Budgetkürzungen im Landeshaushalt.
Die AdK trägt nach eigener Darstellung bereits jetzt alle organisatorischen und finanziellen Aufwendungen rund um Jurys, Durchführung und Kommunikation aus eigenen Mitteln. Die Kürzungen träfen daher in Zukunft ausschließlich die Preisträgerinnen und Preisträger.
Am Mittwoch soll die Komponistin, Regisseurin und Vokalkünstlerin Meredith Monk den Großen Kunstpreis Berlin 2026 erhalten. Die Verleihung werde wie gewohnt stattfinden, teilte die AdK mit. Ihr Präsident werde die Kürzung jedoch in seiner Rede thematisieren. Die Akademie hatte den Vorgang zuvor nicht öffentlich gemacht, um den Preis und die Preisträgerinnen nicht zu belasten.
In ihrer Erklärung kritisiert die AdK auch den ausbleibenden Dialog mit der Landesregierung. Der Regierende Bürgermeister habe auf zwei Schreiben nicht reagiert. Die Entscheidung schwäche die Bedeutung des Preises, der für die Verbindung von künstlerischer Freiheit und Demokratie stehe.