„Intervention“ auf der Berliner Fashion Week: Dieser Mann verleiht der Modewoche internationalen Glamour

Glaubt man dem Branchenblatt „Business of Fashion“, zählt der Berliner Mumi Haiati, Gründer der PR-Agentur „Reference Studios“, zu den 500 einflussreichsten Modemenschen der Welt. Seine Aufnahme in das Ranking wird unter anderem damit begründet, dass er es fertigbrachte, Berlins Position im globalen Modesystem zu festigen. Was auch immer das bedeutet.

Unumstritten dürfte jedenfalls sein, dass er, oder der Name seines Unternehmens, überall dort auftaucht, wo in Berlin wenigstens ein Hauch von internationalem Glamour zu spüren ist. Wenn der US-Designer Rick Owens am Ku’damm einen Laden eröffnet oder das Mailänder Luxusunternehmen Prada eine Party ausrichten möchte, ist es sehr wahrscheinlich, dass dies durch Haiati organisiert wird.

Das Kraftwerk in Kreuzberg hat schon viele Partys überlebt. Zur kommenden Fashion Week beherbergt es die Intervetion von „Reference Studios“

© Photo Joey Bania

Mit dabei sind etwa der Nigerianer Kenneth Ize – Topmodel Naomi Campbell ist ein riesiger Fan seiner Entwürfe –, der Ire Luke Rainey mit seinem Streetwear-Brand „Dagger“ oder die Berliner Serhat Işık und Benjamin Alexander Huseby mit ihrem Label „GmbH“.

Überdies soll dem eintägigen, sogenannten Festival mit Gesprächen und Listening-Sessions auch eine tiefergehende kulturelle Bedeutung zugeschrieben werden, unter anderem durch eine Kooperation mit der globalen Dialogplattform TED. Tatsächlich, so heißt es in der Ankündigung, markiere die Zusammenarbeit erstmals die Aufnahme von Mode in das TED-Programm.

Fluid, vernetzt, von Globalismus geprägt

Ursprünglich handelte es sich bei TED um eine Plattform für Vorträge und Diskussionen in den Bereichen Technologie, Entertainment und Design. Sie ist vor allem durch die TED-Talks bekannt – kurze, kuratierte Vorträge von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft. Ziel von TED ist es, „Ideas worth spreading“ einem globalen Publikum zugänglich zu machen und den interdisziplinären Austausch zu fördern.

Für die Intervention wurden unter anderem bereits der Künstler Dozie Kanu oder der Designer Edward Buchanan als Sprecher angekündigt.

Prinzipiell gehe es bei dem Mode-Festival darum, Nähe zwischen unterschiedlichen Disziplinen, geografischen Räumen und Kulturen herzustellen, sagt Haiati: „Das Format spiegelt wider, wie Kultur heute tatsächlich zirkuliert: fluid, vernetzt und stärker vom Globalismus als von Geografie geprägt. Unser Fokus liegt darauf, Stimmen und kreative Realitäten jenseits der etablierten europäischen Hauptstädte zu verstärken und den kulturellen Wert anzuerkennen, der bereits in unterschiedlichen Teilen der Welt entsteht.“