Die Kinostarts der Woche: Ein Cartoon-Kojote kämpft gegen das Kapital
Einige von Ihnen kennen sie noch aus der Kindheit, als die „Looney Tunes“ über zahlreiche TV-Bildschirme geisterten und Chaos stifteten. Unter ihnen das berüchtigte Krawall-Duo: Wile E. Coyote und der stets Staubwolken hinterlassende Road Runner, auf den der Kojote es abgesehen hat.
Mit „Coyote vs. ACME“ kehren sie auf die große Leinwand zurück. Ein Film, der auch abseits von Nostalgiegründen sehenswert ist. Wofür sich diese Woche noch der Kinobesuch lohnt, lesen Sie hier.
1 Coyote vs. ACME
Wie so viele Hollywoodfilme über den Kampf von David gegen Goliath im amerikanischen Spätkapitalismus basiert auch der Cartoon-/ Realfilm-Hybrid „Coyote vs. Acme“ auf einem Artikel im Magazin „The New Yorker“. In diesem Fall allerdings auf einer Satire.
Das ewige Duell des Roadrunners („meep-meep!“), der bekanntlich zur Gattung der Rennkuckucks gehört, gegen seinen natürlichen Widersacher Wile E. Coyote hat der amerikanischen Zeichentrickreihe „Looney Tunes“ einige der durchgeknalltesten Verfolgungsjagden, Karambolagen und Selbstsabotageakte beschert.
Wile E. scheiterte dabei nicht nur an seinem eigenen Unvermögen, sondern auch immer wieder an den Produkten der Firma ACME, deren Name groß auf Ambossen, Raketenrollschuhen und Feuerwerkskörpern prangt. 1990 verfasste der Schriftsteller Ian Frazier eine imaginäre Anklageschrift des zunehmend frustrierten Wile E. gegen das Unternehmen. 36 Jahre später hat es der Rechtsstreit ins Kino geschafft.
Unterstützung findet Wile E., der sein Anliegen nur mit Handzeichen und Schildern (sowie einem Berg an defektem Beweismaterial) vortragen kann, in dem heruntergekommenen Anwalt Kevin Avery (Will Forte), der es mit seiner Kanzlei in einer dieser gesichtslosen Einkaufszeilen in der Suburbia von Albuquerque, New Mexico mit dem übermächtigen ACME-Konzern aufnimmt.
Allerdings spekuliert Kevin bloß auf eine Schmerzensgeldzahlung für seine Klienten, als Gegenleistung für deren Schweigen. Selbst wenn er gewinnen wollte, hätte er keine Chance gegen den slicken Unternehmensanwalt (John Cena). Wile E. hat allerdings kein Interesse an einer außergerichtlichen Einigung, nach Jahrzehnten persönlicher Demütigung. Das Problem: Sein Kronzeuge ist ausgerechnet sein größter Widersacher. Und damit einfach nicht zu fassen.
Regisseur Dave Green, der mit einem Drehbuch von Samy Burch und dem neuen DC-Impresario James Gunn arbeitet, knüpft mit seiner Mischung aus Realfilm und Cartoon an Klassiker wie „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ oder „Space Jam“ an, die Hollywoodstars mit Charakteren aus der Goldenen Ära des Fernsehens zusammenbrachten.
In „Coyote vs Acme“ haben außer Roadrunner und Wile E. noch jede Menge anderer Figuren aus dem „Looney Tunes“-Universum (unter anderem Bugs Bunny und Daffy Duck) Cameo-Auftritte, die diesen – trotz wie immer äußerst origineller Cartoongewalt – Familienfilm zu einem kurzweiligen Nostalgietrip machen.
Aber auch die menschlichen Darsteller, allen voran John Cena und Lana Condor als Kevins übereifrige Nichte und Praktikantin, verleihen der unternehmenskritischen Botschaft einen anarchischen Witz. (Andreas Busche)
2 Adams Acht
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Das Leben von Lucy (Léa Seydoux), Philip (Laurence Rupp) und ihrem Sohn hat sich nach einer Lebenskrise gerade erst wieder neu sortiert, da findet sich die gefeierte Pianistin erneut vor einem Abgrund wieder. Eines Morgens steht die Münchner Kriminalpolizei vor dem beschaulichen Landhaus und beschlagnahmt Philips Rechner.
Die Ermittlerin Elsa Kühn (Jella Haase) erklärt Lucy, dass der Verdacht besteht, dass ihr Ehemann in Pädophilennetzwerken im Internet aktiv sei. Plötzlich steht ein ganzes Leben infrage.
Seydoux durchläuft mit minimalen seismografischen Erschütterungen in ihrem Mienenspiel ein Wechselbad der Gefühle, von Entsetzen über Abscheu bis hin zu sanfter Hoffnung, wenn Philip ihr immer wieder neue Erklärungen für seine Internet-Aktivitäten gibt.
Es geht „Gentle Monster“ aber nicht um eine Empörung über die Taten der Männer, die Regiesseurin Kreutzer versucht, Verständnis aufzubringen für die emotionale Verstricktheit der Frauen. Sie zeigt mit erschütternder Nüchternheit, wie sich eine Familie langsam auflöst. (Andreas Busche)
Die vollständige Rezension können Sie hier lesen.
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4 Pressure
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