Der Schriftsteller Sven Regener im Interview: „Berlin sah so aus, als wäre der Krieg gerade vorbei“

Herr Regener, nach der Lektüre Ihres neuen Romans „Frankie und Freddie“ hat man den Eindruck, im West-Berlin des Jahres 1980 hätte es keine Farben gegeben, nur Schwarz, Grau und Weiß.
Selbstverständlich, es ist ja auch Winter. Der Roman spielt einen Tag vor Heiligabend. Frankie und Freddie und all die anderen fahren an diesem Tag kreuz und quer durch die Stadt, und es schneit aus grauen Wolken. Aber es geht auch an den Kurfürstendamm, zum Weihnachtsmarkt, und da ist doch alles voller Lichter. Das ist bei mir ein bisschen wie in diesem Coppola-Film „Rumble Fish“ mit Mickey Rourke und Matt Dillon, der größtenteils in Schwarz-Weiß gedreht ist. Aber es gibt dann diesen Kampffisch, den beide sich anschauen, und der ist knallrot.