Wohin am Wochenende?: Sieben Kulturtipps für Kurzentschlossene
Noch ein bisschen Spätsommergefühle. Sehr viele Gelegenheiten für Open-Air-Kino und -Theater wird es nicht mehr geben. Deswegen auf in den Volkspark Hasenheide, um einen der schönsten deutschen Filme der vergangenen Jahre zu sehen. Oder einen „Sommernachtstraum“ im Globe Berlin. Oder: Ab zum Radio-Eins-Parkfest!
1 Radio-Eins-Parkfest
Elfi, das ist auch mal ein hübscher Bandname. Dahinter steckt das Duo Elfi Wildgrube und Fabian Melfort. Kennengelernt haben sich die beiden 2023 auf einer Jam-Session, seither haben sie mit Liedern wie „Ich komm nicht von dir los“ oder „Am Kottbusser Damm“ und einem Sound zwischen Neuer Deutscher Welle, Dream-Pop und Spelunken-Chanson von sich reden gemacht.
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© IMAGO/Panama Pictures/IMAGO/Christoph Hardt
Der Klimawandel und die damit einhergehenden vielen Hitzetage in diesem Sommer sorgen für Unerhörtes. Bei der Kaisermania Anfang August in Dresden soll Roland Kaiser angesichts von fast 40 Grad die Bühne tatsächlich ohne Jackett betreten haben.
Mehrere maßgeschneiderte Dreiteiler gibt es zu jeder Tournee neu, verriet er einmal. Wer daraus Spießigkeit ableitet oder einen Konservativen erwartet, liegt daneben.
Seine Shows mögen unpolitisch sein, doch abseits davon äußert sich Roland Kaiser immer wieder zu gesellschaftspolitischen Themen. 2015 forderte er auf einer Demo gegen Pegida, „Angst vor dem Unbekannten Neugier entgegenzusetzen“ und sich „vorbehaltlos auf Menschen einzulassen“.
Und das in Dresden. Der Stadt, in der er jedes Jahr fünf Konzerte am Elbufer gibt, die als „Kaisermania“ längst legendär sind. Die Menschen strömen noch immer zu dem Event. Erschrocken zeigte er sich vom zunehmenden Antisemitismus in Deutschland. Achtung und Respekt sind Worte, die bei ihm immer wieder fallen. Inzwischen hat er einen Song, der so heißt.
Kaiser kann glaubhaft über Gendern und Antisemitismus sprechen und dennoch ebenso weiter die alten Hits wie „Manchmal möchte ich schon mit dir“ singen. Seine neuen Alben lässt er inzwischen gern von Michael Ilbert mixen, der das schon für Coldplay tat. (wei)
3 „22 Bahnen“

© Thorsten Wulff
Shakespeare unter freiem Himmel – das ist der Sommertheaterklassiker, der beharrlich im Ruf der grellbunten Gaudi und des Volkstheaterschwanks für ein Publikum mit heruntergedimmtem Kunstanspruch steht. Dass dem nicht so sein muss, zeigt auch dieser Shakespeare-Klassiker, der (für dieses Jahr) zum letzten Mal Open Air im Globe Berlin zu sehen ist.
Die wohl meistgespielte Komödie Shakespeares, vermutlich 1595 oder 1596 geschrieben, ist zugleich die am häufigsten missverstandene. Die Inszenierung durch Mathias Schönsee lässt die romantisch-verklärende Aufführungstradition ebenso hinter sich wie die Burleske (Übersetzung: Christian Leonard).
Vier junge Liebende fliehen vor den strengen Gesetzen Athens und verirren sich in einem Wald voller Geister und Elfen, träumen vom Himmel und fallen in den Abgrund. In der Mittsommernacht wirbeln die Naturgeister alles durcheinander und treiben ihren Schabernack mit den Menschen, machen alle Regeln zunichte und mischen die Karten neu.
Ein sinnlicher, turbulenter Reigen, der die uniforme Zivilgesellschaft dem exotischen Urwald gegenüberstellt, der das Ensemble zur Band werden lässt, die das Stück mit Live-Musik begleitet. (meh)
5 Theater-Ausflug an den Tegeler See

© Stephan Roehl
Ihre Liebe zu Franz Schubert und Robert Schumann machte die Pianistin Natalia Ehwald bereits auf ihren ersten beiden Alben mit Werken jeweils beider Komponisten deutlich. Zuletzt erschien von ihr eine Einspielung mit zwei Klaviersonaten Schuberts und ausgewählten Tänzen.
Schubert sei für sie neben Schumann der Komponist, „bei dem ich mich nicht verbiegen, nicht viel suchen muss; bei ihm habe ich das Gefühl, ganz natürlich sprechen zu können“, hat die Pianistin einmal in einem Interview gesagt. So kommt Natalia Ehwald immer wieder auf die beiden Lieblingskomponisten zurück. Wie auch in ihrem Recital im Pianosalon Christophori. (wei)
7 TFeld Festival