Mbappé und Co. gnadenlos ausgebremst: Spanien lässt Frankreich keine Chance und steht im WM-Finale

Spaniens Kontroll-Profis haben Frankreichs Offensiv-Künstler gnadenlos ausgebremst und erstmals seit 16 Jahren wieder das Finale einer Fußball-WM erreicht. Der Europameister setzte sich im Halbfinale verdient mit 2:0 (1:0) durch und steht als erstes Team im Endspiel von East Rutherford.

Mikel Oyarzabal in der 22. Minute per Foulelfmeter und Pedro Porro (58.) erzielten vor 70.176 Zuschauern im überraschend nicht ausverkauften Stadion in Arlington die Tore. Die Defensivstärke erwies sich mal wieder als der große Trumpf der Iberer, die im laufenden Turnier erst ein Gegentor zugelassen haben. Ihren Final-Gegner ermitteln Titelverteidiger Argentinien und England mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel an diesem Mittwoch (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Atlanta.

Für die überraschend uninspirierten Franzosen endete die Titeljagd just an ihrem Nationalfeiertag. Sie hätten ihr drittes WM-Finale in Serie erreichen können. Stattdessen ging die Erfolgsära von Didier Deschamps als Nationaltrainer mit einem schwachen Auftritt und einer Enttäuschung zu Ende.

Der 57-Jährige löste den früheren Bundestrainer Helmut Schön mit seinem 26. Einsatz als WM-Rekordcoach ab. Doch das dürfte kaum ein Trost für Deschamps sein, auf den Berichten nach Zinédine Zidane folgen soll.

Auch Frankreichs Superstar Kylian Mbappé, der bei diesem Turnier schon acht Tore erzielt hat, konnte das Aus des großen Favoriten nicht verhindern. Damit steht auch fest: An der Spitze der ewigen WM-Torjägerliste bleibt zumindest schon mal für die nächsten vier Jahre der Argentinier Lionel Messi.

Spaniens Kontroll-Plan geht auf

Doch Spaniens Matchplan war so gar nicht auf Spektakel ausgerichtet, sondern auf Kontrolle – und ging komplett auf. Das Team von Trainer Luis de la Fuente hatte phasenweise viel Ballbesitz und ließ die hochkarätige Offensive der Équipe Tricolore die meiste Zeit nicht zur Entfaltung kommen. Die Franzosen leisteten sich allerdings auch ungewöhnlich viele Ungenauigkeiten.

Der frühere Dortmunder Bundesliga-Profi Ousmane Dembélé setzte Mbappé einmal mit einer herrlichen Flanke in Szene, der Stürmer von Real Madrid stand gegen gleich drei Spanier dann aber auf verlorenem Posten (15.).