Käfigkampf von Musk und Zuckerberg: Loser überall

Bei allen emotionalen Reflexen, die Sitzungen bei Facebook und Twitter, Pardon: X, auslösen, spielen Gewaltphantasien eine besonders tragende Rolle. Das gilt für verbale wie für körperliche Gewalt, und dass erstere sich dort allzu schnell aus den Schmuddelecken des Hirns in Pixel gießen lässt, gehört mit zum Geschäftsmodell.

Auch deshalb treibt nun das Versprechen eines realen physischen Gewaltakts den Blutdurst von Social-Media-Nutzern jeglicher Couleur in neue Höhen. Opfer, Täter, Voyeuristen, Statisten ­– so mannigfaltig wie ihre Gründe dafür sein mögen, so einig ist man sich in der spontanen Reaktion auf Elon Musks Herausforderung an Mark Zuckerberg zum Käfigkampf: Ja bitte, und bitte bald!

Als sogenannter zivilisierter Mensch schämt man sich freilich sogleich für diesen Affekt, schließlich rührt ein wesentlicher Teil des Unmuts ja gerade daher, dass die toxische Männlichkeit auf den Plattformen der beiden geschäftlichen und nun auch potenziell physischen Kontrahenten sämtliche Diskurse vermiest ­– und den Spaß sowieso. Für Musk funktioniert die Zivilisation übrigens als Argument für das Duell, das er als „zivilisierte Form des Krieges“ bezeichnet. Und warum ist das noch mal gut? Ach ja: „Männer lieben Krieg“.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Kampf der Großschwätzer tatsächlich stattfindet, darf immerhin als gering eingestuft werden. Vermutlich hatte Musk nicht damit gerechnet, dass Zuckerberg überhaupt auf seine Provokation reagieren würde – nun ist plötzlich von gesundheitlichen Problemen die Rede. Viel spricht dafür, dass der in Jiu-Jutsu ausgebildete Facebook-Gründer gute Chancen gegen den 13 Jahre älteren Kiffer Musk hätte, dessen Hang zu Skrupellosigkeit den Buchmachern wiederum zu denken geben müsste.

Verloren haben in der Causa Cagefight sowieso längst alle. Musk, der bei seinen Fans aus der erweiterten Manosphere nun als Schwächling gilt. Zuckerberg, dem niemand mehr abnehmen kann, dass seine kürzlich in den USA gestartete Twitter-Konkurrenzplattform Threads den Fokus auf Kindness legen wird. Und natürlich die Nutzer, denen als gesichtswahrende Maßnahme eigentlich nur noch das Abmelden bleibt.