Eva Menasse im Gespräch: „Ich bin von Deutschland stark befremdet“

Frau Menasse, bei Ihrem neuen Buch stolpert man erst einmal über den Titel, „Alleinruhelage“, auf dem Cover in drei Worte geteilt. Was bedeutet dieser Titel?
Das ist ein lustiger Austriazismus, auf den man in Immobilienanzeigen stößt. In Deutschland stände da „Alleinlage“, das wäre wohl das Dudenwort. Aber in Österreich ist man immer etwas kreativer mit der Sprache. Man sollte ja denken, dass ein Grundstück ganz ohne Nachbarn ohnehin ruhig ist. Aber ergänzt um die Ruhe scheint es noch mehr Wohlfühlerlebnis zu bieten. Ich mag jedenfalls Wörter, die mehr Rückraum als andere haben, oder die ein bisschen schräg sind. „Dunkelblum“ war ja auch so eins, so hieß der Roman, den ich vor fünf Jahren veröffentlicht habe. Außerdem kann Alleinruhelage noch mehr bedeuten: Das kann auch ein Lebenszustand sein.