„Aufgeregt und zerrissen“: Merkel warnt bei Festival für Wolf Biermann vor Spaltung
„Ein Wort noch“, sagt Wolf Biermann, ermutigt durch Applaus. Und dann erzählt er noch eine dieser Geschichten, die für sich allein schon einen Roman hergeben würden. Doch diese Romansammlung ist ein wahres, sein wahres deutsches Leben – jüdisch-deutsch, kriegs-deutsch, massenmord-deutsch, norddeutsch, ostdeutsch, westdeutsch, wostdeutsch, gesamtdeutsch, krisendeutsch. Und immer noch voller Hoffnung und Mut.
Ein Abend voller Erzählungen steht hier also an, kurz vor dem 90. Geburtstag eines der besten Künstler, die dieses in sich selbst so verhakte Deutschland hat. Weil er Gefühle zu Worten macht. Und Musik zu Gefühlen.
50 Jahre nach seiner Ausbürgerung aus der DDR hat Wolf Biermann am Freitagabend zu einem Festival des kritischen Geistes ins neu glänzende Kino International geladen. Prominente Stimmen der Gegenwarts- und Exilliteratur lasen Gedichte, Angela Merkel hielt eine Rede und alle Anwesenden umarmten ihn mit jener Wertschätzung, die Biermann am meisten liebt: Sie erzählten Geschichten.