Rosa Hoelger, Joji, Alice Costelloe, Daphni, : Die Alben der Woche im Soundcheck

Rosa Hoelger: Für immer Gummistiefel (Unserallereins)
Robert Habeck mag abgewählt sein und mit ihm die Idee, grüne Ideale mit der Macht zu verschmelzen. Aber dass sich eine gebildete Jugend um etwas anderes als blinden Konsum und egozentrische Zerstörung bemüht, ist offenkundig.
Auch der Liedermacherin Rosa Hoelger geht es um Resistenz. Nach zehn Jahren, die sie nun schon Musik macht und ein Grüppchen Gleichgesinnter für das Debütalbum um sich geschart hat, dürfte sie ihre Widerstandskraft bewiesen haben. „Alles schräg, klebt, heute passt nichts zusammen“, singt sie über ihren WG-Alltag zwischen Fundmöbeln, vollen Aschenbechern und Wäschehaufen.
Sie selbst trägt Jogginghose, Jackett und Gummistiefel, was eben passt, aber „niemals Hemd“ und gibt damit dem alternativen Lebensentwurf der Klimakleber-Generation eine trotzige Stimme. Wie Dota Kehr, mit der Hoelger sich zwei Songs teilt, schöpft sie ihre Themen aus der Randexistenz der Habenichtse und Idealisten und klingt oft wie Judith Holofernes in ihrem naiven Stolz. Kai Müller, Tagesspiegel
Joji: Piss in the Wind (Virgin)
Die Geschichte von Joji erzählt uns eine Menge über Popstar-Karrieren unter den Bedingungen der Plattformökonomie: Als Youtuber der ersten Stunde – unter anderem war Joji Erfinder des Harlem Shake – begann der Halb-Japaner bald, seine enorme Reichweite musikalisch zu nutzen. Seit zehn Jahren widmet sich George Miller, wie Joji bürgerlich heißt, nun ausschließlich seinem düster-befindlichen Emo-Sphären-Pop. Mit „Glimpse of Us“ gelang ein Welthit, mit dem neuen Album brach er Vorbestellungsrekorde. Torsten Groß, Moderator
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Daphni: Butterfly (Jiaolong)
Vom Suchen und Finden des Glücks auf dem Dancefloor: So oder so ähnlich könnte der Untertitel für Daphnis viertes Album heißen. Wobei diese Zahl auch nur die halbe Wahrheit ist, denn hinter dem Projekt „Daphni“ verbirgt sich der kanadische Musiker Dan Snaith, besser bekannt als Caribou. Und auch wenn der Sound des Dance-Seitenprojekts Daphni weit entfernt ist von dem Caribous, gelingt es ihm auch hier, Sehnsucht, Euphorie und Melancholie zu einem unwiderstehlichen Ganzen zu verbinden. Aida Baghernejad, freie Kulturjournalistin
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