Triumph nach Eklat um Dopingtest: Von Sperre bedrohter Owen Ansah sprintet über 200 Meter zu EM-Gold

Der von einer Sperre bedrohte Sprinter Owen Ansah hat dank einer imposanten Zielgeraden Gold über 200 Meter bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham gewonnen und für den ersten deutschen EM-Titel über diese Distanz seit 44 Jahren gesorgt. Drei Tage nach Bronze über 100 Meter siegte er im Finale mit einer deutschen Bestzeit von 19,95 Sekunden.

„Ich bin mega happy, dass ich die Goldmedaille hier gewinnen konnte“, sagte Ansah in der ARD. „Mein Ziel war es, von vorne bis Ende durchzuziehen. Das habe ich hinbekommen. Mein Trainer hat mir gesagt: Gib alles, bis zum Ende. Und mein Sohn hat gesagt: Papa, zünde den Turbo! Und das habe ich jetzt am Ende gemacht.“

Ob Ansah das EM-Gold behalten darf, ist fraglich

Ansah blieb unter dem deutschen Rekord von Joshua Hartmann, der 2023 20,02 Sekunden lief. Allerdings blies der Rückenwind zu stark. Zweiter wurde Zharnel Hughes aus Großbritannien (20,16 Sekunden) vor dem Italiener Fausto Desalu und Titelverteidiger Timothé Mumenthaler aus der Schweiz, die zeitgleich auf die Tausendstel nach 20,26 Sekunden ins Ziel kamen.

Ob Ansah Gold behalten darf, ist fraglich. Wegen des Vorwurfs, unter Zeitdruck auf dem Weg zum Flughafen eine Dopingprobe verweigert zu haben, hat die Nationale Anti-Doping-Agentur eine vierjährige Sperre gegen ihn vorgeschlagen. Der 25-Jährige lehnt das ab und ist derzeit nicht suspendiert. (dpa)