„Haut an Haut“ mit Domiziana: Berlins Hyperpop-Künstlerin stellt neue Single bei Live-Performance in Kreuzberg vor
Kurz vor 16 Uhr am Freitag befindet sich das Team rund um Popmusikerin Domiziana noch voll im Aufbau. Der Eckladen in Berlin-Kreuzberg, an dem sich die Köpenicker und Skalitzer Straße kreuzen, wird mit schwarzer Plastikfolie abgedeckt, nur die Schaufenster bleiben offen und werden in Szene gesetzt. Die Scheiben werden ein letztes Mal poliert und die vierstündige Live-Performance geht los.

Über mehrere Stunden wird sie dort sitzen und auf Menschen warten, die über einen roten „Press Play“-Button, der vor der Scheibe aufgestellt ist, den Song erneut starten – „scheinbar reproduzierbar wie ein Streaming-Track, und doch nie identisch“, wie es in der Veranstaltungsankündigung heißt.
© Jule Damaske
Auf Knopfdruck startet ein Countdown, der ankündigt, dass in zehn Sekunden die Performance startet. Wie eine Puppe sitzt Domiziana mit ausdruckslosem Gesicht auf einem schwarzen Stuhl vor einer weißen Wand. Sobald die Musik einsetzt, springt sie auf, führt eine ausgeklügelte Choreografie, die den Stuhl einbezieht, auf und bewegt sich zu ihrer neuen Single, die an diesem Freitag erschienen ist.
© Jule Damaske
In Zeiten von Streaming-Diensten und perfektionierten, oft unpersönlichen Social-Media-Auftritten will die junge Musikerin ein Zeichen setzen. Sie kommt ihren Fans ganz nah, nur eine Glasscheibe trennt sie. Mit jedem Knopfdruck wird der Song erneut abgespielt, doch jede Performance bleibt einzigartig, nicht exakt reproduzierbar wie ein Clip im Internet. Das Event sei als „künstlerisches Experiment zwischen Pop, Performance-Art und Installation“ zu verstehen, heißt es in der Ankündigung.