Deutsche Erfolge bei Leichtathletik-EM: Leo Neugebauer und Gesa Krause holen Gold – Teamkollegin nicht begeistert
Während Gesa Krause nach ihrem Sieglauf über 3000 Meter Hindernis schon in den Katakomben des Alexander Stadiums ihren EM-Titel ausgelassen feierte und fleißig Interviews gab, taumelte Europas neuer Zehnkampf-König Leo Neugebauer mit letzter Kraft zu Gold.
Vollkommen ausgepumpt verteidigte der 26-Jährige in einem dramatischen 1500-Meter-Lauf seinen Vorsprung vor seinem Teamkollegen Niklaus Kaul, der dank einer fulminanten Aufholjagd Silber gewann. „Also zwei Medaillen für Deutschland im Zehnkampf: Es geht gar nicht besser“, sagte Europameister Neugebauer. Bronze gab es zudem für Hindernisläuferin Olivia Gürth und Diskuswerfer Henrik Janssen.
Erste Goldmedaillen für Deutschland
Für das deutsche Leichtathletik-Team sind die Titel von Krause und Neugebauer die ersten Goldmedaillen bei der EM in Birmingham. „Mir fehlen fast ein bisschen die Worte“, sagte Krause. Mit einem unnachahmlichen Schlussspurt stürmte sie zu ihrem dritten EM-Titel. Schon 2016 in Amsterdam und 2018 in Berlin hatte sie Gold gewonnen.

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Am laut britischen Medien wärmsten Tag des Jahres und fünftwärmsten Tag seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen lieferten sich Neugebauer und Kaul einen heißen Kampf um Gold. Über 1.500 Meter sorgten die beiden für einen Krimi. Während Kaul ins Ziel stürmte, gingen Neugebauer die Kräfte aus. Stürzend landete er im Ziel. Am Ende hatte der Weltmeister einen Vorsprung von nur noch 38 Punkten.
„Ich wusste, wie weit ich ungefähr hinter Niklas sein sollte, habe alles gegeben, um das so zu machen. Auf den letzten 50 Metern haben mich meine Beine ein bisschen im Stich gelassen“, sagte Neugebauer.
Teamkollegin Meyer sauer auf Krause
Giftige Aussagen gab es nach Krauses Sieg von Teamkollegin Lea Meyer, weil sich Krause lange im Windschatten von Meyer aufgehalten hatte. Meyer diktierte das Tempo, stürzte aber am letzten Wassergraben auf Medaillenkurs liegend. So fiel sie noch hinter Gürth auf den vierten Platz zurück.

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Doch damit nicht genug: Bei Versuchen von Neugebauer waren die Abstände der Ständer, auf denen die Latte liegt, nicht auf den Wert eingestellt, den er angegeben hatte. Ähnlich erging es dem Franzosen Makenson Gletty.
„So etwas habe ich noch nie erlebt“, hatte Neugebauer gesagt, der bei einem der Wiederholungssprünge in den Einstichkasten fiel und sich dabei an der Wade verletzte. Nach einem Protest erhielt Neugebauer bei brütender Hitze von 35 Grad Celsius im Alexander Stadium eine weitere Chance über 4,80 Meter – und nutzte diese.
Am Ende überquerte er sogar 4,90 Meter. „Gott sei Dank ist es am Ende noch mal gut gegangen. Das war echt verrückt“, sagte Neugebauer. Bundestrainer Jörg Roos sprach von „Wettkampfverzerrung“.
Von dem ganzen Wirrwarr nicht betroffen war Kaul, der in der anderen Stabhochsprung-Gruppe startete und eine Saisonbestleistung nach der anderen bei der EM aufstellte – und beinahe noch Neugebauer abgefangen hätte. (dpa)