Zoff zwischen Marc-André ter Stegen und Balljungen

Na klar, sie machen die Drecksarbeit. Sie flitzen los, wenn den hochbezahlten Fußballern mal wieder der Ball über den Schlappen rutscht und weit übers Tor fliegt. Die Rede ist von den Balljungen. Es gibt einige von ihnen, die könnten genauso gut im Tor stehen wie die Profis, so sicher, wie sie die Bälle aus der Luft schnappen, um das Spiel schnell zu machen. Applaus? Den bekommen sie nicht. Höchstens einen Anpfiff vom Trainer oder Spieler, wenn es nicht schnell genug geht. Der Job des Balljungens birgt also viel Frustpotenzial.

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Nur so lassen sich die regelmäßigen Vorkommnisse erklären. Mal werfen die Balljungen den Ball weit weg statt zum Spieler; mal denken sie gar nicht erst daran, den Ball aufzunehmen; und es ist sogar schon vorgekommen, dass ein Balljunge die Kugel mit voller Absicht in den Unterleib eines Spielers schleuderte.

Am Donnerstag wurde der deutsche Nationalspieler Marc-André ter Stegen Opfer eines Balljungen, wobei Balljunge in diesem Fall nicht der richtige Begriff ist. Es handelte sich um einen erwachsenen Mann, der bei Barcelonas Niederlage in Sevilla wenig Lust am Aufsammeln der Bälle hatte. Stattdessen provozierte er ter Stegen in einem fort, forderte immer wieder lauthals die Gelbe Karte für ihn. „Du bist nicht hier, um zu reden, sondern um deinen Job zu machen“, maßregelte ihn der Deutsche und forderte: „Zeig ein bisschen Respekt!“ Dabei geht es der Balljungenzunft ja genau darum: um Respekt. Sollen sich die verwöhnten Schnösel mal nicht jeden Ball hinterhertragen lassen.