Wasserfreunde müssen raus aus dem Wasser und in Quarantäne

Es war kurios, was sich da am frühen Samstagnachmittag in der Schöneberger Schwimmsporthalle am Sachsendamm ereignete. Die Spieler der Wasserfreunde Spandau 04 wärmten sich im Becken auf für ihr erstes Punktspiel der Saison. Endlich wieder Bundesliga – die Stimmung war gut im Wasser. Doch dann, 20 Minuten vor Spielbeginn gegen den SV Ludwigsburg, kam das Kommando vom Beckenrand: Alle Mann raus dem Wasser, das Spiel fällt aus.

Der Grund war ein positiver Coronatest im Team der Berliner. Allerdings war der Betroffene schon seit Tagen nicht mehr im Team. In der Mannschaft konnten alle anderen Spieler seit Tagen negative Testergebnisse vorweisen. Daher hatte es vor dem ersten Spieltag in Schöneberg von Seiten des Hygienebeauftragten vom Gesundheitsamt geheißen: Ihr könnt spielen!

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Die Situation sei natürlich „hochgradig frustrierend“, sagt Peter Röhle, Manager des Wasserball-Rekordmeisters. Zumal alle drei Spiele der Berliner am Wochenende verschoben werden mussten – aufgrund einer Beschwerde eines der drei Gegner: Der OSC Potsdam, die SG Neukölln und der SV Ludwigsburg spielten dann am Sonnabend und Sonntag ohne Spandau. „Das war brutal für unsere Spieler, die so lange auf diesen Start hingearbeitet haben“, sagt Röhle.

Fehlende Wettkampfpraxis

Seit dem Pokalfinale der Vorsaison haben die Berliner kein einziges Mal in Deutschland spielen können – und das Endspiel gegen Waspo Hannover war im September 2020. In der Champions League sind sie bei den ersten Einsätzen im Ausland hoffnungslos untergegangen, Röhle glaubt mangels Wettkampfpraxis: „Man konnte klar sehen, dass die deutschen Mannschaften da nicht mithalten konnten.“ Der Spielbetrieb im Rest von Europa laufe schon viel geregelter als in Deutschland, in vielen Ländern seien die Spieler längst geimpft.

Die Wasserfreunde sind nun erst einmal allesamt in Quarantäne, am Montag mussten Spieler und Betreuer zum PCR-Test. Am Dienstag soll dann, soweit alle Tests bei Spandau 04 wieder negativ ausfallen, entschieden werden, wie es weitergeht. Peter Röhle sagt: „Ich hoffe, dass wir die Spiele möglichst schnell nachholen können – damit die Situation nicht noch frustrierender wird für unsere Mannschaft.“