Unwetter 2020 in Mittelamerika News aktuell: Hurrikan-Alarm! Guatemala befürchtet 150 Tote nach Erdrutsch

Bei schweren Unwettern in Mittelamerika sind mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. “Eta” war als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie vier in Nicaragua auf Land getroffen, hatte sich dann auf dem Weg nach Honduras zwar zu einem tropischen Tiefdruckgebiet abgeschwächt, aber in der ganzen Region für heftigen Regen gesorgt.

Unwetter in Mittelamerika: Tief “Eta” trifft als Hurrikan auf Nicaragua

Bei Erdrutschen und Überschwemmungen wurden in Honduras 13 Menschen, in Guatemala und Panama jeweils fünf sowie in Costa Rica und Nicaragua jeweils zwei Menschen getötet. Die Zahl der Opfer könnte allerdings noch deutlich steigen. In einem Dorf nahe San Cristóbal Verapaz im Zentrum von Guatemala wurden bei einem Erdrutsch 25 Häuser verschüttet, wie Präsident Alejandro Giammattei sagte.

Unwetter-Horror in Guatemala:150 Tote nach Erdrutsch befürchtet

Es werden Dutzende Todesopfer befürchtet – darunter allein 100 in einem Dorf, das von einem Erdrutsch begraben wurde. “In diesem Moment rechnen wir (…) nach nicht offiziellen Zahlen damit, dass mehr oder weniger 150 Tote zu verzeichnen sind”, sagte Giammattei in einer Pressekonferenz am Freitag.

Das Militär habe große Probleme gehabt, in einige abgeschnittene Gebiete des Landes vorzudringen. Dennoch seien schon Rettungskräfte in Quejá, einem Teil der Ortschaft San Cristóbal Verapaz, angekommen, um nach Opfern des Erdrutsches zu suchen. Das Militär schätzte, dass dort rund 150 Häuser verschüttet wurden. “Die Umstände in dieser Gegend sind schwierig”, sagte Präsident Giammattei. Wegen zahlreiche abgerutschter Hänge auf dem Weg seien die ersten Helfer nur zu Fuß zu dem Dorf gelangt. Nach offiziellen Angaben der Nationalen Koordinationsstelle für Katastrophenvorsorge in Guatemala sind wegen des heftigen Regens durch das Tiefdruckgebiet “Eta” bislang acht Menschen ums Leben gekommen, 18 werden vermisst, mehr als 80 000 sind von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen.

Unwetter in Mittelamerika mit Erdrutschen und Überschwemmungen

In Honduras rief die Regierung die Menschen in den tieferen Gebieten des Sula-Tals im Nordwesten des Landes dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. “Der Pegelstand des Flusses Ulúa hat 15 Meter überschritten”, teilte das Präsidialamt mit. “Die Überschwemmungen werden katastrophal sein.” Mit Schnellbooten und Helikoptern holten Soldaten und Polizisten die Menschen aus den besonders gefährdeten Gebieten.

Allerdings konnten die Einsatzkräfte offenbar nicht allen Opfern des Unwetter zügig helfen. “Niemand reagiert. Wir haben die Einsatzkräfte angerufen, aber niemand antwortet”, sagte ein Mann aus dem Departement Cortés in einem im Internet veröffentlichten Video. “Das Wasser geht nicht zurück, wir sind alle auf den Dächern. Bitte schickt dringend ein Boot.” Das Tiefdruckgebiet bewegt sich nur langsam fort und bringt viel Regen mit. Nach einer ergiebigen Regenzeit in den vergangenen Monaten sind viele Böden allerdings bereits durchnässt und können kaum weiteren Regen aufnehmen. Dadurch steigt die Gefahr von Erdrutschen.

Mittelamerika von Tropensturm-Serie heimgesucht – Erinnerungen an Unwetter-Horror-Jahr 2005

“Eta” ist der 28. Tropensturm im Atlantik in der laufenden Saison. So viele Tropenstürme gab es bislang nur im Jahr 2005. Die Hurrikan-Saison in der Karibik dauert noch bis zum 30. November. “Eta” dürfte nach der Prognose des US-Hurrikanzentrums nun weiter über Honduras und dann erneut auf die Karibik hinausziehen. Am Wochenende könnte der Tropensturm dann auf Kuba und die Kaimaninseln treffen.

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fka/news.de/dpa