Umfragen sind Unsinn!

So langsam regt sich etwas um die verwaisten Tribünen im Profisport. In Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel wollen sie – wenn dann erlaubt – bei Hansa Rostock bald 2000 Zuschauer ins Fußballstadion lassen, bei den Handballern vom SC Empor sollen 500 Menschen in die Halle dürfen. Auch andere Sportarten wie das Eishockey spielen schon Szenarien mit ähnlichen Gedanken durch. Wenn es nach der Mehrheit im Lande geht, ist das aber alles gefährlicher Käse:

Laut einer repräsentativen Umfrage (im Auftrag der der Deutschen Presse-Agentur) wollen 61 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger nicht, dass sobald Zuschauerinnen und Zuschauer in die Stadien der Fußball-Bundesliga zurückkehren. Schließlich gibt es sicher auch essentiellere Dinge als den Besuch eines Fußballstadions, sollten andere Dinge Vorrang haben, wenn es um vorsichtige Öffnung geht. Da soll sich der Profifußball hinten anstellen! Klingt plausibel? Ist es aber nicht. Die Umfrage ist eine Unfrage, weil sie so nicht funktionieren kann.

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Defensiv geschätzt geht ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger sowieso nicht zum Fußball oder zu einer Sportveranstaltung. Viele interessieren sich nicht für Profisport. Wären sie wirklich gefährdet, wenn wenige Menschen eigenverantwortlich unter strengen Hygieneauflagen in eine Arena pilgern würden? Die Fans vieler Sportarten leiden seit einem Jahr, das schlägt auf die Psyche und das Gemüt. Sie würden sich freuen auf eine Hinweistafel zum Weg zurück ins Stadion.

Wir können uns weiter zusammenreißen und von Virologen die Angst vor der x-ten Welle predigen lassen oder den irren Menschen lauschen, die Verschwörungstheorien unters Volk jubeln. Wir können aber auch mit sinnvoller Abwägung diskutieren, ob eine Teilstrecke auf dem Weg zurück in ein lebenswerteres Leben möglich ist. Und für viele Menschen gehört der Besuch bei der Unterhaltungsbranche Sport dazu wie für andere das Kino oder Theater.