Tampa Bay Lightning gewinnt den Stanley Cup

Durch ein 2:0 im sechsten Finale gegen die Dallas Stars holt Tampa Bay zum zweiten Mal in der NHL-Geschichte die wichtigste Eishockey-Trophäe der Welt.




Victor Hedman mit dem Pokal. Der Schwede war der beste Spieler der Play-offs.Foto: Reuters

Am Ende gab es sogar Feuerwerk. Als die Spieler von Tampa Bay Lightning nacheinander mit dem Stanley Cup über dem Kopf ihre letzten Kringel auf dem Eis im Rogers Place von Edmonton zogen, hatte das fast etwas Surreales. Denn auf den Rängen saß – niemand. Die National Hockey League (NHL) hatte ihre Saison in zwei Hallen in Kanada ohne Zuschauer mit insgesamt 130 Spielen in zwei Monaten zu Ende gebracht. Und sogar einen würdigen Champion gefunden.

Als heimlicher Sieger durfte sich auch NHL-Chef Gary Bettman fühlen. Die coronabedingt seltsame Fortsetzung der besten Eishockey-Liga der Welt verlief völlig störungsfrei. 33.174 Tests auf Covid-19 wurden in den Blasen von Toronto und Edmonton durchgeführt, kein einziger war positiv. Kein Wunder, dass Bettman sagte: „Es gab schlaflose Nächte und viel Skepsis. Aber ich habe daran geglaubt, dass wir das schaffen können. Jetzt sind wir erleichtert, aber ich bin auch stolz.“

Bettman wird an die Major League Baseball (MLB) gedacht haben, die ihre Saison in den Heimstadien der Teams, aber ohne Zuschauer durchgezogen hat. Das wurde fast zur Farce, weil sich immer wieder Spieler mit dem Coronavirus infizierten und deshalb reihenweise Partien ausfielen.

Auch in der kürzlich gestarteten National Football-League (NFL) ist Covid-19 ein ständiger Begleiter, zuletzt wurden Rekordstrafen gegen Trainer verhängt, die ohne Maske Anweisungen aufs Spielfeld gebrüllt hatten.

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In der NHL ging es nach einer kurzen Eingewöhnungszeit tatsächlich nur um den Sport. Eishockey ohne Fans – das ist mindestens merkwürdig, aber es hat besser funktioniert, als viele erwartet hatten.

Zwar waren die TV-Einschaltquoten in den USA in diesem Jahr bei den Finals deutlich niedriger als noch im Vorjahr, aber das wäre wohl ohnehin der Fall gewesen bei einem Finale zwischen Tampa Bay und den Dallas Stars, zwei Teams, die abgesehen von ihren jeweiligen Heimatregionen eher wenige Menschen in Nordamerika begeistern.

Dabei ist die Geschichte des neuen Champions durchaus eine spannende. Tampa Bay feiert die Meisterschaft in gewisser Weise mit einem Jahr Verspätung. Durch die Vorsaison war das Team aus Florida mit der Rekordzahl von 62 Siegen aus 82 Spielen die Hauptrunde gerauscht, nur um dann in den Play-offs gleich in Runde eins sang- und klanglos zu scheitern.

In dieser Corona-Saison passte das Timing beim Team von Cheftrainer Jon Cooper besser. Wirklich eng wurde es in den Play-offs nie, gegen Dallas reichte es nach einem 2:0 im letzten Finale zu einem 4:2-Seriensieg.

„Es braucht einiges, um 80 Tage in einer Blase zu sein. Aber das war es jetzt alles wert. Wir kommen mit dem Pokal nach Hause“, sagte Victor Hedman. Der schwedische Verteidiger, der wie acht andere Spieler und Coach Cooper schon 2015 im damals verlorenen NHL-Finale stand, wurde zum wertvollsten Spieler der Play-offs gewählt.

Die große Siegerparade in Tampa dürfte für ihn und seine Teamkollegen in diesem Jahr ausfallen, aber zumindest ein kleines Feuerwerk sollte es auch zuhause noch für den Champion irgendwo geben.