Sebastian Kühner gibt in Friedrichshafen sein Comeback

Damit hatte bei den BR Volleys kaum jemand gerechnet. Wohl auch nicht Sebastian Kühner selbst. Aber nach der Verletzung von Mannschaftskapitän Sergej Grankin vor dem Spiel gegen die Grizzlys Giesen am vergangenen Samstag klaffte bei den Berlinern plötzlich eine Lücke auf der Zuspielerposition. Die füllt nun Kühner, der eigentlich schon 2019 nach seiner sechsten Meisterschaft mit den Volleys zurückgetreten war.

Kühner reist am Samstag mit zum Spitzenspiel nach Friedrichshafen (14 Uhr, live bei Sport 1), dort wo er seinerzeit sein letztes Spiel für die Berliner bestritten hat. Der 33-Jährige steht bereit, falls auch noch Pierre Pujol ausfallen sollte. „Da Volleyball sehr positionsspezifisch ist, hätten wir für den hoffentlich nicht eintreffenden Notfall, dass Pierre sich verletzt, sonst gar keinen Zuspieler“, sagte Volleys-Manager Kaweh Niroomand.

Kühner hat Niroomand zufolge seit einem Jahr keinen Ball mehr angefasst, trotzdem wurde er nun reaktiviert. Ob er wirklich zum Einsatz kommt und wie lange er wieder zum Team gehört, hängt von der Genesung Grankins ab. Der Russe hatte sich im Abschlusstraining vor einer Woche einen leichten Muskelfaserriss zugezogen.

Sein Ausfall machte sich beim 3:0 gegen Giesen im Ergebnis nicht bemerkbar, dennoch fehlte an diesem Abend etwas. „Es hätte uns schlimmer erwischen können mit dem Ersatz“, sagte Niroomand im Nachhinein, „trotzdem ist das natürlich schade.“

Der 35-Jährige ist der unbestrittene Star des Teams, er bringt neben seiner Klasse vor allem viel Erfahrung mit. „Grankin ist wirklich eine Persönlichkeit im internationalen Volleyball“, sagte BR-Volley Manager Kaweh Niroomand. Er sei eine andere Stufe als Pujol, was nicht unbedingt bedeute, dass er besser, sondern die Mannschaft eingespielter mit ihm sei.

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Grankin selbst hofft, schon nächste Woche wieder mit den Training beginnen zu können, für das Spiel in Friedrichshafen setzt er sein volles Vertrauen in seinen Vertreter: „Pierre Pujol ist ein großartiger Spieler und sehr erfahren. Wenn er spielt, dann mache ich mir keine Sorgen“, sagte Grankin.

Grundsätzlich hat auch Niroomand keine Bedenken, das eine oder andere Spiel ohne Grankin zu überstehen. Problematischer sei die Tatsache, dass die Volleys womöglich nicht den richtigen Rhythmus finden: „Wir haben jetzt drei schwere Spiele und das wäre die ideale Vorbereitung auf die Champions League gewesen“, sagte Niroomand. Das Zusammenspiel aus Zuspieler und Mittelblocker sei sehr wichtig und dürfe nicht verloren gehen.

Vom 8. bis 10. Dezember finden in Berlin die ersten Spiele der Gruppenphase im europäischen Topwettbewerb statt. Bis dahin sollte Grankin wieder fit sein. Ansonsten müssten sich die Berliner wohl etwas überlegen – oder darauf hoffen, dass Sebastian Kühner auf den Geschmack gekommen ist und künftig wieder häufiger einen Ball anfassen will.