Robert Lewandowski war schon immer ein Knaller

Lange hat er darauf gewartet, nun ist Robert Lewandowski am Ziel: Der 32-jährige Pole ist erstmals Europas Fußballer des Jahres. Zu Recht.




Robert Lewandowski hat derzeit oft Grund zum Jubeln.Foto: AFP

Wenn es im gegnerischen Strafraum brennt, ist Robert Lewandowski meist mittendrin. Tore schießt in der Bundesliga kein anderer so zuverlässig wie der Stürmer des FC Bayern München. Fünf Mal war er schon Torschützenkönig, kein ausländischer Spieler hat in Deutschland häufiger getroffen als der 32-jährige Pole.

Jetzt bekommt Lewandowski für seine konstanten Leistungen endlich auch international die Anerkennung, die er verdient und sich schon lange gewünscht hat: Am Donnerstag ist er erstmals zu Europas Fußballer des Jahres gewählt worden – nach dem Triple mit den Bayern und bei 15 Treffern in der Champions League war das nur logisch.

In seiner Jugend ging es bei Lewandowski allerdings nicht nur vor dem Tor des Gegners heiß her, der in Warschau geborene Robert musste wegen des Spielens mit Feuerwerkskörpern häufiger bei der Polizei vorstellig werden.

In seiner 2016 erschienenen Biografie „Meine wahre Geschichte“ berichtet er außerdem über Verfolgungsjagden, die er sich mit den Sicherheitsorganen lieferte und schrieb. „Ich war nicht immer nur das ruhige Kind und der brave Junge.“

In seiner Jugend ließ es Lewandowski öfter mal krachen

Vielleicht hat er sich seinerzeit die Eigenschaft angeeignet, die ihm als Stürmer heute noch hilft: Sich im entscheidenden Moment vom Gegenspieler wegstehlen, um dann zuzuschlagen.

Wobei Lewandowski dabei über ein ganzes Arsenal von Möglichkeiten verfügt: Abgesehen von der Defensivarbeit hat er in seinem Spiel keine Schwäche: Er ist nicht superschnell, aber schneller als die meisten anderen. Er kann mit rechts, links und per Kopf treffen – obwohl er weder besonders groß noch kräftig ist.

Und wo Lewandowski ist, ist der Erfolg. In seinen zehn Bundesliga-Jahren wurde er nur zweimal nicht Meister – in den beiden letzten Saisons bei Borussia Dortmund. Vor seinem Wechsel zum FC Bayern gab es über Monate endlose Gerüchte und aus heutiger Sicht interessante Aussagen: „Ein Transfer macht für mich wenig Sinn. Ich würde Lewandowski natürlich nehmen, ihm aber in Aussicht zu stellen, dass er auch spielt, dürfte schwierig werden“, meinte beispielsweise kein Geringerer als Franz Beckenbauer.

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Lewandowski kam 2014 schließlich nach München, nachdem er seinen Vertrag in Dortmund erfüllt hatte. Bei den Bayern erzielte er danach in 192 Bundesliga-Spielen 163 Tore und damit eines mehr als Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der dafür aber mehr als 100 Mal häufiger auflaufen musste.

An der Rekordmarke (365 Tore) von Gerd Müller wird sich auch Lewandowski die Zähne ausbeißen. Zumindest ist er nun aber wie 1970 die deutsche Stürmerlegende Europas Bester – und hat ihm sogar etwas voraus: In Polen wurde Lewandowski 2018 auf einer Briefmarke verewigt.