„Pionierin“ Töpperwien hört als Sport-Journalistin beim WDR auf

Die bekannte Hörfunk-Reporterin Sabine Töpperwien beendet zum Ende des Monats ihre Laufbahn als Sport-Journalistin. Die langjährige Leiterin der Sportredaktion im WDR-Hörfunk nannte in einer Mitteilung des Senders vom Donnerstag gesundheitliche Gründe für ihren Abschied.

„Ich bin nun 60 und habe seit knapp einem Jahr chronische Schmerzen in den Nerven und Sehnen beider Arme“, wurde sie zitiert. Dies sei eine Folge der immer mehr gewordenen Computerarbeit. Das könne sie nicht mehr leisten: „Mit halbem Dampf arbeiten – das will ich nicht.“

Die 1960 in Seesen am Harz geborene Töpperwien studierte Sozial- und Sportwissenschaften und volontierte beim NDR. 1989 kam sie zum WDR. Ab 2001 leitete sie dort die Sportredaktion Hörfunk.

Sabine Töpperwien träumte schon früh vom Beruf als Fußball-Kommentatorin (hier 1987). Zwei Jahre später ging sie zum WDR und…Foto: Imago Images

Töpperwien hat insgesamt mehr als 700 Fußballspiele kommentiert, knapp 600 davon in der Bundesliga. Sie war 1989 beim ersten live übertragenen Frauenländerspiel – dem EM-Halbfinale Deutschland gegen Italien – die erste Frau, die eine Fußball-Übertragung im deutschen Fernsehen als Sprecherin begleitete. Sie war außerdem die erste Sportkommentatorin, die regelmäßig in der ARD-Bundesligakonferenz von der Fußball-Bundesliga im Radio berichtete.

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„Eine Frau auf dem Heiligen Stuhl des Fußball-Reporters – das könne doch nicht sein, hieß es beispielsweise“, sagte Sabine Töpperwien. Ihr Bruder habe sie „auf das Experiment im Haifischbecken gut vorbereitet. Jedes Wort werde auf die Goldwaage gelegt, hat er gewarnt.“

WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte Sabine Töpperwien als „eine Pionierin und eine lebende Legende der deutschen Sportberichterstattung“. Außer über Fußball berichtete sie von zwölf Olympischen Spielen, vom Eiskunstlauf und Tischtennis. Zuletzt leitete sie mit vier Kollegen den crossmedialen Sportcampus des WDR, auf dem Radio, TV und Internet zusammengeführt sind.(dpa)