Noch ein Sieg zur Tabellenführung – „Jetzt müssen wir am Donnerstag nachlegen“

Gegen Ende des Heimspiels der Eisbären gegen die Kölner Haie wurde es am Dienstagabend in der Arena am Ostbahnhof noch einmal etwas traurig bis melancholisch. Auf dem Videowürfel stand: „Wir vermissen 14 200“ – die fehlenden Zuschauer in der Halle waren damit gemeint. Die anderen Zahlen auf der Anzeigetafel stimmten aber aus Sicht der Berliner am Ende eines guten Spiels in der Deutschen Eishockey-Liga: Die Eisbären siegten 4:2 (2:2, 0:0, 2:0) gegen die Kölner Haie und sind weiter auf gutem Kurs.

Die Kölner Haie hatten ihren treuen Anhang vor ein paar Tagen mit der Verpflichtung von Landon Ferraro überrascht. Der erfahrene US-Amerikaner soll der Mannschaft von Uwe Krupp „mehr Stabilität bringen“, wie der Trainer gesagt hat. In Berlin hat Ferraro vergangene Saison zwar einen guten, aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen – anders als Krupp, der ja die Eisbären in seinem letzten Dienstjahr 2018 immerhin bis ins Finale der Liga geführt hat.

Marcel Noebels trifft zum entscheidenden 3:2

Von so etwas träumen sie bei den Eisbären, die schlecht in das Spiel gegen die Kölner kamen, in denen ganz viel Berlin drinsteckt. Nicht nur Krupp und Ferraro waren in Berlin beschäftigt, auch der bei den Eisbären nun vermisste James Sheppard. Und Marcel Müller ist bis heute sogar der einzige gebürtige Berliner, der in der nordamerikanischen Profiliga NHL gespielt hat. Müller traf dann auch im ersten Drittel zwei Mal für die Haie – jedes Mal glich Leo Pföderl für die Eisbären aus.

Danach war es ein Duell auf Augenhöhe, die Berliner machten zwar etwas mehr Druck als der Gegner – aber Justin Poggé wollte sich nicht noch einmal so mir nichts dir nichts fünf Tore einschenken lassen. Zwölf Tage zuvor hatte er mit Köln ja 0:5 in Berlin verloren.

So schlimm wurde es aus Kölner Sicht diesmal nicht. Nach dem torlosen Mittelabschnitt hatten die Eisbären aber im Endspurt mehr drauf als der Gegner, mit einem beherzten Schuss traf Marcel Noebels knapp zehn Spielminuten vor dem Ende zum 3:2. In der Schlussminute erzielte Lukas Reichel noch das 4:2 – Poggé hatte sein Tor zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen.

Somit sind die Eisbären daheim weiter ungeschlagen. “Unsere Heimstärke ist schon wichtig”, sagte Torschütze Noebels. „Darauf können wir dann in zweit Tagen gegen Bremerhaven aufbauen.” Im ersten Saisonspiel hatten die Eisbären die Fischtown Pinguins ja schon zu Hause geschlagen.

Wobei das ohne Zuschauer ja wohl mit dem Heimvorteil so eine Geschichte ist. Jedenfalls liegen die Berliner jetzt nach acht Spielen in der Nordgruppe nur einen Punkt hinter Tabellenführer Bremerhaven – und den können sie am Donnerstag mit einem Heimsieg auf Platz eins ablösen.