Neue Stärke, neue Ziele, neues Hygienekonzept

Sie kommen durch die Hintertür. Ein Teil der 783 zugelassenen Zuschauer, die am Samstag zum Bundesligaauftakt des SC Potsdam gegen den Dresdner SC in die Arena am Luftschiffhafen (19 Uhr) dürfen, bekommen die Halle zunächst aus einer ungewohnten Perspektive geboten. Das Hygienekonzept schickt die Fans über verschiedene Zugänge auf die Ränge. Auch von dort werden sie reichlich Neues sehen: Im Kader des Gastgebers stehen bei sieben Abgängen sechs neue Spielerinnen. „Ein gehöriger Umbruch“, sagt Eugen Benzel, der als Teammanager maßgeblich an den Verpflichtungen mitgewirkt hat.

Als im vergangenen März die Bundesligasaison kurz vor dem ersten Play-off-Spiel abgebrochen wurde, ging die bis dahin beste Spielzeit des SC Potsdam in der Bundesliga zu Ende – als drittbestes Team waren die Erwartungen an die Play-offs groß. „Wir wollen die Qualität halten“, erklärt Benzel das sportliche Ziel für die neue Saison. Darauf ist der aktuelle Kader ausgerichtet, der ein Ergebnis eines langfristiges Scoutings und auch eines „glücklichen Händchens“ ist, wie der Teammanager sagt.

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So hatte Cheftrainer Guillermo Hernandez die US-amerikanische Zuspielerin Lindsay Flory sofort im Blick, als die 23-Jährige bereits vor einem Jahr zum Ligarivalen Schwarz-Weiß Erfurt kam. Der Potsdamer Coach hat das Talent aus Kentucky nicht mehr aus den Augen verloren.

Mit der Brasilianerin Ana Tiemi Takagui hat sich der SC Potsdam eine Zuspielerin von internationaler Klasse geholt. Die 32-Jährige spielte sechs Jahre in der brasilianischen Nationalmannschaft, in vier europäischen Spitzenligen und steht nun zum ersten Mal in Deutschland auf dem Parkett.

SC-Coach Hernandez verfolgt Takaguis Entwicklung, seit sie vor vier Jahren zum französischen Erstligisten Volley-Ball Nantes kam. „Sie ist eine Führungspersönlichkeit“, sagt Hernandez.

Innerhalb der siebenwöchigen Vorbereitung habe die Mannschaft sehr schnell zusammengefunden. „Das ist die Basis für alles andere“, sagt Benzel. Nun müsse sich das neuformierte Team unter Wettkampfbedingungen beweisen, wofür am Samstag mit dem fünfmaligen Deutschen Meister Dresdner SC gleich zum Auftakt ein echter Gradmesser kommt. Mit Blick auf das Potsdamer Team schlägt Eugen Benzel selbstbewusste Töne an: „Wir können da weitermachen, wo wir aufgehört haben.“