Museumsverein startet Filmserie zum Jubiläum

Die Pandemie hinterlässt überall ihre Spuren, Corona stürzt nicht nur die Museen in die Krise, sondern auch deren Fördervereine. So kämpft die Nachwuchsorganisation des Kaiser Friedrich Museumsvereins, „Die Jungen Kaiser“, mit Austritten. Schließlich passiert gerade nichts, weder Exkursionen noch Führungen.

Als Gegenmaßnahme hat der Museumsverein – auch als Vorgriff auf das 125-jährige Bestehen im nächsten Jahr – eine Filmserie gestartet, die zehn seit 2008 erworbene Werke vorstellt. Denn die edelste Aufgabe des Fördervereins besteht darin, für Gemäldegalerie und Bodemuseum Ankäufe zu tätigen. Seit Gründung sind es 115 Bilder und 170 Skulpturen.

Den Anfang macht ein Gemälde von Jean François de Troy von 1725, das eine Lesende zeigt, die dem Betrachter ihre enthüllte Schulter zuwendet und den Blick auf einen Brief gerichtet hat (https://kaiser-friedrich-museumsverein.de/).

„Ein Billet-doux“, wie Bernd Wolfgang Lindemann vermutet, der auch die weiteren neun Werke vorstellen wird, darunter einen Heiligen Franziskus, die Büste eines jugendlichen Prinzen, eine Muttergottes und eine Dornenkrönung.

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Lindemann ist der Beste dafür, zweifellos. Der bis 2016 amtierende Direktor von Gemäldegalerie und Skulpturensammlung führt so kompetent und unterhaltend in die Materie ein, dass man sofort einen Begriff von der französischen Malerei des 18. Jahrhunderts bekommt und sich noch mehr nach der Wiedereröffnung der Museen sehnt, um sich das zauberhafte Bildnis mit seinem Pendant, einer Teetrinkerin, selbst anzuschauen. Nur bleibt Lindemann Solist in der zehnteiligen Serie, und man beginnt sich schon jetzt zu fragen, warum niemand anders als Moderator sonst zur Wahl stand.

Warum nicht Michael Eissenhauer, Lindemanns Nachfolger, der dieser Tage glücklos seinen Posten als Direktor räumt? Warum kein junger Kurator, keine Restauratorin? Dem noblen Verein möchte man zu seinem bevorstehenden Jubiläum unter anderem mehr Diversität wünschen. Auch um den Nachwuchs bei der Stange zu halten.