Morrissey sieht sich als Opfer von “Diversität”

Nachdem das Musikunternehmen BMG sich von ihm getrennt hat, klagt Morrissey, dass er „fallengelassen“ worden sei. Auf seiner Website „Morrissey Central“ behauptet der britische Popstar, der wiederholt mit rassistischen Äußerungen für Eklats gesorgt hatte, dass „neue Pläne für ,Diversität’“ die Ursache für das Ende der Zusammenarbeit mit dem Label seien. Bei der Plattenfirma, die zum Bertelsmann-Konzern gehört, waren seine letzten drei Alben „Low In Highschool“, „California Son“ und „I’m Not A Dog On A Chain“ herausgekommen. Die Nachricht vom Ende der Zusammenarbeit, schreibt der für seinen Sarkasmus berühmte Musiker, passe perfekt zum unerbittlichen, galaktischen Schrecken des Jahres 2020“. „Wir wären verrückt, irgendetwas Positives zu erwarten.“

Sänger auf dem Scheiterhaufen

Er wolle weiter „Musik auf meine eigene Art machen“, versichert Morrissey, aber nicht auf einem Label, „das diktiert, wie sich seine Künstler verhalten sollen – besonders wenn das Wort ,Talent’ bemerkenswerterweise nie erwähnt wird.“ Illustriert sind seine Äußerungen mit einer Comiczeichnung, die den Sänger auf einem brennenden Scheiterhaufen zeigt, umrahmt von Songzeilen seiner ehemaligen Band The Smiths: „Now I know how Joan of Arc felt!“.

Alles Gute für die Karriere

Auf den Vorwurf, dass es seine Künstler manipuliere, indem es ihnen Verhaltensregeln vorschreibe, geht BMG nicht ein. Der Kommentar, den ein Sprecher der britischen Zeitung „Daily Mirror“ gab, ist von einer Freundlichkeit, die kaum frostiger sein könnte: „BMG hat in den letzten drei Jahren drei außergewöhnliche Top-10-Alben von Morrissey veröffentlicht, darunter einige der besten Arbeiten seiner Karriere. Dieser Deal mit drei Alben ist nun beendet. Wir wünschen ihm alles Gute im nächsten Kapitel seiner Karriere. BMG repräsentiert weiterhin einen Großteil von Morrisseys Katalog und arbeitet mit seinem Team zusammen, um sicherzustellen, dass es die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient.”

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Steven Patrick Morrissey, der momentan in Las Vegas lebt, hat immer wieder über Politiker geschimpft, angefangen mit Ministerpräsidentin Margaret Thatcher, bei der er es bedauerte, dass sie 1984 einem Anschlag der IRA entgangen war. Zuletzt unterstützte er öffentlich die rechtsradikale, antiislamische Partei For Britain. In einem „Spiegel“-Interview behauptete er, dass Berlin wegen der in der Flüchtlingskrise offen gehaltenen Grenzen zur „Vergewaltigungshauptstadt“ geworden sei, und forderte: „Ich will, dass Deutschland deutsch ist.“