Mit Protest-Botschaften beschmiert: Fahrer nach Auto-Attacke vor Kanzleramt entlassen – Ermittlungen

Ein Autofahrer ist am Mittwochvormittag mit seinem Wagen gegen das Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin gefahren. Der Mann befindet sich nach wie vor in Polizeigewahrsam.

Fahrer nach Auto-Attacke vor Kanzleramt entlassen – Ermittlungen

Die erste Aufregung war groß, als ein Auto am Donnerstag das Tor des Kanzleramtes rammte. Nun geht die Sache ihren unaufgeregten Gang bei den Ermittlern des Berliner Staatsschutzes.

Einen Tag nach der Attacke eines Autofahrer auf das Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin ist der Täter von der Polizei entlassen worden. Es gebe keine Gründe für eine Haft oder eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Die Ermittlungen durch den für politisch motivierte Taten zuständigen Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) laufen weiter.

Auto raste in Tor des Bundeskanzleramtes – Protest-Botschaften auf Wagen

Der Autofahrer, der mit seinem Wagen das Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin gerammt hat, ist ein 54-jähriger Mann. Nach dem Bericht eines dpa-Fotografen soll ein Mensch leicht verletzt und im Krankenwagen behandelt worden sein. Der Krankenwagen fuhr erst gegen 12.00 Uhr wieder weg.

Der Fahrer des mit Protestbotschaften versehenen Wagens wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen, wie die Berliner Polizei auf Twitter mitteilte. Die Hintergründe waren laut Polizei zunächst unklar. Auf der Fahrerseite des dunklen Kombis stand in weißer Schrift: “Ihr verdammten Kinder- und alte Menschen-Mörder”. Auf der Beifahrerseite stand: “Stop der Globalisierungs-Politik”.

Ob der Mann der Polizei bekannt war und ob es sich um einen gezielten Anschlag handelte, war zunächst unklar: Das könne man noch nicht sagen, so eine Polizeisprecherin. Man ermittle in alle Richtungen.

Der Vorfall ereignete sich während der laufenden Sitzung des Bundeskabinetts. Dieses tagt in der Regel mittwochs morgens im Kanzleramt. Die Polizei sperrte den Bereich nach dem Vorfall ab. Rettungswagen standen in der Nähe. Nach dem Bericht eines dpa-Fotografen soll ein Mensch leicht verletzt und im Krankenwagen behandelt worden sein.

Die Fahrt in den Zufahrtsbereich des Bundeskanzleramtes ist nicht erlaubt. Darauf weist ein Schild hin. Lediglich Fahrradfahrern ist es erlaubt, weiter zu fahren. Allerdings handelt es sich um öffentliches Straßenland. Vor dem Kanzleramt befindet sich ein Tor, das in den Boden versenkt werden kann und meist offen ist.

Zusammenhang mit Corona-Protesten noch unklar

Ob die Aktion womöglich im Zusammenhang mit den jüngsten Protesten gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie steht, war zunächst unklar. In der vergangenen Woche waren während einer Abstimmung des Bundestags über das Infektionsschutzgesetz Protestkundgebungen in direkter Nähe des Bundestages und vor dem Kanzleramt verboten worden.

Auto war bereits zuvor gegen Zaun des Kanzleramts gefahren

Nach Medienberichten wurde dasselbe Auto bereits im Februar 2014 gegen den Zaun des Kanzleramtes gefahren. Fotos von dem damaligen Vorfall zeigen den Wagen mit einer politischen Beschriftung, die sich gegen den Klimawandel richtete. Auf der anderen Seite des Autos prangte eine Liebeserklärung. Verletzt wurde niemand, das Auto sei sehr langsam unterwegs gewesen, hieß es damals von der Polizei. Der 48 Jahre alte Fahrer des Autos wurde damals festgenommen. Dem Alter nach ist er etwa gleichaltrig wie der jetzige.

Aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen wollte ein Polizeisprecher am Mittwoch nicht sagen, ob es sich um den gleichen Mann handelt, der auch jetzt in Gewahrsam genommen wurde. Er sagte: “Eine Erstaussage des Fahrzeugführers wurde aufgenommen.”

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fka/news.de/dpa