Messer-Attacke in Nizza: Opfer bei Messer-Angriff geköpft – Tunesien nimmt Ermittlungen auf

Bei einer blutigen Messerattacke in Nizza sind nach einer vorläufigen Bilanz drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Das bestätigten Polizeikreise der Deutschen Presse-Agentur in Paris am Donnerstag auf Anfrage. Zuvor hatte die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zu der Attacke übernommen. Dabei gehe es unter anderem um den Vorwurf des Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben, bestätigte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft der dpa.

Höchste Terrorwarnstufe in Frankreich nach Attacke in Nizza

Nach der blutigen Messerattacke mit drei Toten in Nizza gilt in Frankreich die höchste Terrorwarnstufe. Es sei die Stufe «Urgence Attentat» des Anti-Terror-Alarmplans «Vigipirate» ausgerufen worden, sagte Premierminister Jean Castex am Donnerstag in der Nationalversammlung in Paris.

Polizeikreise: Drei Tote und sechs Verletzte bei Messerattacke, Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt

Bürgermeister Christian Estrosi sagte, es seien in der Kirche Notre-Dame in der Innenstadt mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein weiterer Mensch wurde schwer verletzt, wie er dem Nachrichtensender BFMTV sagte. Staatschef Emmanuel Macron wolle nach Nizza kommen. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf Polizeikreise von drei Toten.

Laut Estrosi wurde der mutmaßliche Angreifer festgenommen. Er habe “Allahu akbar” (“Gott ist groß”) gerufen.

Die Polizei riet, den Bereich zu meiden. Innenminister Gérald Darmanin bestätigte einen Polizeieinsatz in der Innenstadt von Nizza. Im Ministerium gebe es eine Krisensitzung.

Messer-Attacke in Nizza: Opfer angeblich enthauptet

Der französischen Polizei zufolge soll es sich bei einem der Opfer um eine 70 Jahre alte Person handeln. Medienberichten sprachen davon, die zu Tode gekommenen Personen seien enthauptet worden. Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, teilte indes via Twitter mit, es sei ein Tatverdächtiger festgenommen worden. Auch die Polizeikreise bestätigten eine Festnahme. Nach Ansicht von Estrosi soll es sich um eine terroristisch motivierte Attacke handeln.

Messerattacke in Nizza: EU-Spitzen solidarisch mit Frankreich

Nach der tödlichen Messerattacke in Nizza haben die Spitzen der EU-Institutionen Frankreich ihre Solidarität zugesichert. Ganz Europa sei solidarisch mit dem Land, schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Donnerstag auf Twitter. Man bleibe angesichts der Barbarei und des Fanatismus geschlossen und entschlossen. Sie verurteilte den “abscheulichen und brutalen Angriff”.

Auch der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, betonte: “Wir haben die Pflicht, zusammen gegen Gewalt und gegen diejenigen zu stehen, die aufhetzen wollen und Hass verbreiten”, schrieb der Italiener auf Twitter. Er sei schockiert und traurig über die Nachrichten aus Nizza. “Dieser Schmerz wird von uns allen in Europa gefühlt.”

EU-Ratschef Charles Michel versicherte Frankreich und den Franzosen ebenfalls seine Solidarität. Seine Gedanken seien bei den Opfern der “entsetzlichen Attacke” und ihren Angehörigen. “Ganz Europa ist bei euch”, schrieb der Belgier auf Twitter.

Türkei verurteilt tödliche Messerattacke in Nizza

Das türkische Außenministerium hat die Messerattacke im französischen Nizza scharf verurteilt. Es gebe nichts, dass Gewalt und das Töten von Menschen rechtfertige, teilte das türkische Außenministerium am Donnerstag mit. Menschen, die derartig brutale Angriffe an einem solch heiligen Ort verübten, hätten keine religiösen, humanitären oder moralischen Werte. Man stehe solidarisch mit den Menschen in Frankreich gegen Terror und Gewalt, hieß es.

Blutbad erschüttert Frankreich nach Messer-Attacke auf Lehrer (47) in Conflans-Sainte-Honorine

Ressortchef Darmanin hatte mehrfach von einer hohen Terrorgefahr im Land gewarnt. Erst vor zwei Wochen war ein Lehrer in einem Vorort von Paris von einem 18-Jährigen enthauptet worden. Das Verbrechen hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Es waren Zehntausende auf die Straße gegangen, um sich solidarisch zu zeigen.

Mutmaßlicher Angreifer von Nizza stammt aus Tunesien

Bei dem mutmaßlichen Angreifer von Nizza handelt es sich nach dpa-Informationen um einen Mann, der 1999 in Tunesien geboren ist. Der konservative französische Abgeordnete aus dem Département Alpes-Maritimes, in dem auch Nizza liegt, Éric Ciotti, machte am Donnerstag weitere Angaben: So sei der mutmaßliche Täter über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa eingereist, schrieb er bei Twitter.

Auch die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der Mann auf Lampedusa mit anderen Migranten in die EU eingereist und auf der Insel registriert worden sei. Die Ermittler haben sich bisher noch nicht zum Täter und zum Ablauf der Tat geäußert.

Tunesien nimmt Ermittlungen zu Messerangriff von Nizza auf

Die tunesische Staatsanwaltschaft hat nach der tödlichen Messerattacke im französischen Nizza, für die ein Tunesier verantwortlich sein soll, Ermittlungen aufgenommen. Nach ersten Informationen über die Identität des mutmaßlichen Angreifers haben man mit den Ermittlungen begonnen, sagte der stellvertretender Staatsanwalt und Gerichtssprecher in Tunis, Mohsen Dali, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend. Für den Fall, dass die Justizbehörden um Zusammenarbeit bitten, stehe man zur Verfügung.

Das tunesische Antiterrorgesetz schreibe die Strafverfolgung jedes Tunesiers vor, der an einer terroristischen Handlung innerhalb oder außerhalb des Landes beteiligt war, sagte Dali. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tap bestätigte er zudem, dass der mutmaßliche Angreifer nach ersten Ermittlungskenntnissen ein Tunesier war.

Tunesien verurteile “den terroristischen Vorfall in Nizza” aufs Schärfste, hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur Tap aus dem Außenministerium. In einer Erklärung bekräftigte das nordafrikanische Land demnach auch seine “völlige Ablehnung aller Formen von Terrorismus, Extremismus und Gewalt” und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Schon gelesen?Lehrer (47) auf offener Straße geköpft – zahlreiche Polizeieinsätze 

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de/dpa