Meister der Masken

Ostende hat das alte Ensor-Museum um ein üppiges Besucherzentrum erweitert und ehrt somit den größten Sohn der Stadt.




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Masken hat James Ensors Mutter in ihrem Souvenirladen im Erdgeschoss verkauft, sie haben James stark inspiriert. Blick in das…Foto: Nick Decombel Fotografie

„Ostende, du liebes farbenfrohes Blümchen, du Himmel am Meer“ hatte James Ensor (1860–1949) einmal seine Heimatstadt an der belgischen Nordseeküste genannt, die ihn ein Leben lang inspirierte. Ensor ist einer der bedeutendsten Maler des Landes – und entzieht sich jeder Schublade. Insofern passte er gut in die neue Ausstellung „Dekadenz und dunkle Träume – der belgische Symbolismus“, zu sehen in der Alten Nationalgalerie in Berlin von heute an.

Im frisch renovierten Haus Vlaanderenstraat 27 in Ostende hat Ensor gewohnt. Seine Mutter verkaufte im Erdgeschoss Masken, sie waren als Inspirationsquelle für sein Werk ebenso wichtig wie der Karneval von Ostende. Dieses James-Ensor-Haus zeigt mit authentischer Einrichtung, wie der Künstler gelebt und was er gesammelt hat. Seine Vitrinen und Schränke mit Muscheln gleichen einer Wunderkammer.

Das James Ensorhaus in Ostende: Ein prächtiges neues Haus für alle, die mehr über den belgischen Maler wissen wollen. Rechts in…Foto: Nick Decombel Fotografie

Seit Kurzem hat die Stadt neben dem Wohnhaus ihres größten Sohnes auch ein prächtiges Eckhaus aus dem späten 19. Jahrhundert ins Museum miteinbezogen. In diesem neuen James Ensorhaus kann man nun auf 1100 Quadratmetern in fünf Themenräumen interaktiv Welt und Werk von Ensor erleben. Seine bedeutendsten Arbeiten werden im gesellschaftlichen Zusammenhang gezeigt, Interieur-Reproduktionen und ein 1:2-Modell seines Ateliers thematisieren einen weiteren wichtigen Werkkomplex.

Ostende ehrt James Ensor

1 von 15Foto: Nick Decombel Fotografie

heute 14:33Blick in das neue James Ensorhaus in Ostende. Vorne links ein Modell des Wohnhauses, in dem seine Mutter unter anderem im laden…

Mit Briefen und Fotos wird seine Sicht auf Alltag und öffentliches Leben dokumentiert. Zwei Räume widmen sich den Masken und surrealen Gestalten, die so typisch für ihn sind. Mit einer App lässt sich auf Ensors Spuren durch Ostende wandeln. Ein Raum für Sonderausstellungen erlaubt nun auch die Präsentation von Originalen. Mehr zeigt das Mu.ZEE, das Kunstmuseum am Meer, wo Ensor und dem Symbolisten Léon Spilliaert ein eigener Flügel gewidmet ist.