Kokosöl kaufen: Empfehlenswerte Öle und worauf Sie achten sollten

Aber was steckt hinter dem Trend des Kokosöls als Wundermittel für Haut, Zähne und einen schlanken Körper? Wir haben die Hamburger Ernährungsexpertin Dr. Kathrin Vergin befragt:

Welche Eigenschaften hat Kokosöl? Was macht das Öl so besonders?

Dr. Kathrin Vergin: Hinter den gesunden Eigenschaften des Kokosöls steckt eine spezielle Fettsäuren-Zusammensetzung. Im Gegensatz zu anderen wertvollen Pflanzen- und Nussölen sind es nicht die ungesättigten Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren. Stattdessen besteht Kokosöl zu über 90 % aus gesättigten Fettsäuren und hierbei aus bis zu 60 % mittelkettigen gesättigten Fettsäuren wie Laurinsäure und Caprinsäure.

Diese mittelkettigen Fettsäuren werden vom Körper anders verdaut als langkettige Fettsäuren, denn sie gelangen ohne Umwege zur Leber und können zu energiereichen Ketonen für einen nachhaltigen Energieschub umgesetzt werden. Außerdem macht die chemische Struktur der gesättigten Fettsäuren das Öl stabil, so dass es auch unter Einwirken von hohen Temperaturen keine Transfette bildet. Es eignet sich somit hervorragend zur Verwendung beim Braten und Backen.

Welches Kokosöl ist am besten?

Die Stiftung Warentest hat in ihrer “test”-Ausgabe 12/2018 fünfzehn Kokosöle getestet. Dabei hatten die Tester vor allem die Sensorik der Produkte im Fokus. Auf diese entfielen 45 Prozent der Gesamtbewertung. Mit 20 Prozent wurde das Auftreten von Schadstoffen, mit 10 Prozent die chemische Qualität und mit 15 Prozent die Deklaration gewichtet. Auf die Verpackung und das Spritzverhalten fielen außerdem jeweils fünf Prozent.

Die Ergebnisse waren durchaus verschieden. Fünf der 15 Kokosöle schnitten im Test gut ab. Ein Öl fiel komplett durch und wurde mit einem “Mangelhaft” abgestraft.

Die Testsieger der Stiftung-Warentest

Testsieger wurde das Bio Kokosöl nativ von dm. Es erhielt das “test”-Qualitätsurteil “Gut (2,1)“ und damit die Bestnote. Aber auch das Öl der Marke Veganz konnte überzeugen.

Neben Ölen aus Supermärkten und Discountern lag auch das Kokosöl der Marke Veganz im Test vorn. Mit dem “test”-Qualitätsurteil “Gut (2,4)“ punktet es nicht nur im Geschmack, auch die chemische Qualität konnte im Test überzeugen. Hergestellt ist das Öl aus der ersten Kaltpressung. Das native, kaltgepresste Kokosöl ist weder raffiniert, noch desodoriert und auch nicht gebleicht oder gehärtet. Außerdem ist das Produkt nach EG-Öko-Verordnung bio-zertifiziert.

Auch dieses Öl wurde von der Stiftung Warentest unter die Lupe genommen, erhielt aber nur die test-Note „Ausreichend (4,5)“. Deutliche Abzüge gab es hinsichtlich der Deklaration der Inhaltsstoffe, da die Laurinsäure falsch angegeben wurde und auch die Bezeichnung „extra nativ“ irreführend ist. Hinsichtlich Sensorik und chemischer Qualität gab es keine Beanstandungen; hier punktet das Kokosöl sogar mit guten bis sehr guten Noten.

Mythos Kokosöl: Als Superfood soll es nicht nur schlank machen, sondern auch gesund. Wie viel ist dran am Gesundheitsversprechen?

Dr. Kathrin Vergin: Den Hype um sogenanntes Superfood halte ich im Allgemeinen für recht übertrieben, denn diese Lebensmittel sind nicht unbedingt besser. Kokosöl gibt es schon ewig auf dem Markt, hat aber einfach noch einen Schritt mehr ins Rampenlicht gemacht. Tatsächlich hat Kokosöl eine antibakterielle Wirkung und beinhaltet sowohl Aminosäuren, als auch Vitamine und Spurenelemente.

Dazu kommen weitere Faktoren, die das Kokosöl für die Gesundheit attraktiv machen: Es wirkt unter anderem aktivierend für die Schilddrüse und zudem antimikrobiell, das heißt es bekämpft ausgewählte Viren-, Bakterien- und Pilzarten.

Kokosöl kann beim Abnehmen unterstützen, da es spezielle Fette enthält. Diese sogenannten mittelkettigen Triglyceride werden von der Leber absorbiert und benötigen im Rahmen des Verdauungsprozesses auch keine Gallenflüssigkeit. Umgewandelt in Ketone, geben sie dem Körper Energie, werden aber nicht in Form von Fettdepots in den Zellen eingelagert.

Der Stoffwechsel wird angekurbelt, der gesamte Organismus inklusive Gehirn und Muskeln erlebt einen Leistungsschub, was in Verbindung mit Bewegung zu einem erhöhten Kalorienverbrauch führt. Trotzdem erhöht sich der Blutzuckerspiegel nicht, und der gesamte Verdauungsapparat wird ebenfalls nicht belastet. So kann man mit Kokosöl abnehmen, ohne den Körper zu belasten. Es bleibt also ein sehr gutes Produkt, aber es benötigt tatsächllich keinen Hype.