Jetzt schaltet sich die DFL ein

Beim Bundesligaspiel zwischen Bayern München und Schalke 04 saßen die Funktionäre der Klubs eng beieinander. Die DFL reagiert.

Viel Platz, wenig Abstand. Die Ehrentribüne beim Bundesliga-Eröffnungsspiel zwischen Bayern München und dem FC Schalke 04.Foto: imago images/MIS

Christian Seifert verhielt sich vorbildlich. Der Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hatte bei der Saisoneröffnung der Bundesliga zwischen Bayern München und Schalke 04 (8:0) einen Platz Abstand gelassen zu Christian Pfennig, dem Mediendirektor der DFL.

Bei den Vertretern der beiden Klubs sah das anders aus. Bei den Bayern saßen fünf Funktionäre nebeneinander, zwei Reihen davor weitere fünf. Die Schalker, inklusive dem früheren Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, hatten nicht mal eine Reihe frei gelassen. Und einen Mund-Nasen-Schutz trug auch niemand.

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Nachdem die Bilder der beiden Delegationen bei der Liveübertragung im ZDF zu sehen gewesen waren, gab es in den sozialen Medien erregte Diskussionen. Und offenbar war auch die DFL nicht erfreut – in einer Zeit, in der sie um die Wiederzulassung der Zuschauer in die Stadien kämpft. „Die DFL ist hierzu im direkten Gespräch mit dem FC Bayern“, teilte ein DFL-Sprecher am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit

Bayern-Vorstand Oliver Kahn berief sich auf offizielle Vorgaben, durch die gedeckt gewesen sei, dass die Funktionäre ohne Maske direkt nebeneinander saßen. „Es gab keine Vorgaben, weil wir uns an die bayerische Verordnung gehalten haben, die genau das auch erlaubt“, sagte er im ZDF.

In Paragraf 2 der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Bayern ist der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum in Gruppen von bis zu zehn Personen gestattet. In Paragraf 9 wird betont, dass der Veranstalter bei bundesweiten Sportveranstaltungen sicherstellen muss, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen allen Zuschauern eingehalten werden kann, die beispielsweise nicht zu einer Familie gehören. Maskenpflicht bestehe demnach nur, wenn sich Zuschauer nicht an ihrem Platz befinden.

Gemäß dem Konzept der DFL sind alle Personen in der „Zone 2“ des Stadions, zu der die Tribüne zählt, „zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet, sofern der Mindestabstand von 1,50 m nicht einzuhalten ist“. Bei 35 oder mehr Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro Woche pro 100 000 Einwohner besteht eine ständige Maskenpflicht. (dpa/Tsp)