Hertha BSC hat einen Hauptsponsor gefunden

Am letzten Freitag im Oktober 1977 wird bekannt, dass Hertha BSC einen neuen Hauptsponsor hat: Es ist der Berliner Spirituosenhersteller „Mampe“, die Firma mit dem Elefanten als Markenzeichen. Im Tagesspiegel ist dann auch zu lesen: „Ein Elefant soll Hertha auf Trab bringen.“ Einen Tag später tritt das Team als Tabellen-13. in der Fußball-Bundesliga bei Bayern München an, gewinnt mit dem neuen Partner auf der Brust 2:0 und zieht an den zuvor auf dem zehnten Rang liegenden Bayern vorbei. Danach bleibt Hertha sieben weitere Spiele nacheinander in der Liga ungeschlagen. Am Ende einer doch noch sehr starken Saison steht Platz drei hinter dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach.

Ob es der Elefant war, der die Mannschaft um Erich Beer, Michael Sziedat, Hans Weiner und Karl-Heinz Granitza auf Trab gebracht hat, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall lief es danach. Für Hertha BSC wäre es so schlecht nicht, wenn es wieder einen – wenn auch höchstwahrscheinlich rein zufälligen – Zusammenhang zwischen der Verkündung eines neuen Hauptsponsors und einer Erfolgsserie der Mannschaft auf dem Rasen geben würde.

Hertha liegt derzeit nur auf dem 14.Tabellenplatz, weiter geht es am Samstag im Olympiastadion gegen den FC Schalke 04. Am Montag teilte der Klub mit, dass das Berliner Immobilienunternehmen „Homeday“ zukünftig die Trikotbrust zieren wird. Und zwar bis zum Ende der laufenden Saison. Also für die vier verbleibenden Hinrundenspiele und die Rückrunde. Wie viel der Verein dadurch einnimmt, wurde nicht mitgeteilt. Der bisherige Hauptsponsor „Tedi“ hatte pro Jahr etwa 7,5 Millionen Euro gezahlt. Die Summe nun dürfte bei etwa der Hälfte liegen.

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Am Saisonende macht „Homeday“ die Brust wieder frei, bleibt aber an Bord. Dann als sogenannter Exklusivpartner bis Juni 2024. „Wir sind davon überzeugt, unsere gemeinsamen Ziele mit dieser langfristigen Partnerschaft zu erreichen“, sagt Ingo Schiller, Geschäftsführer Finanzen bei Hertha.

Das Online-Maklerunternehmen „Homeday“ wurde 2015 gegründet und agiert als technologieorientiertes Start-up. Ziel sei es, „die Nummer eins in Deutschland zu werden“, sagte Steffen Wicker, einer der drei Gründer, im Sommer dem „Handelsblatt“.

Für Hertha endet nun erst einmal eine lange Suche. Im Sommer hatten die Berliner den Discounter „Tedi“ gegen eine Abfindungszahlung von geschätzt 3,5 Millionen Euro vorzeitig aus dem eigentlich noch ein Jahr laufenden Vertrag entlassen. Danach waren kurzzeitig auch einige ganz große Namen wie Tesla oder Amazon als Nachfolger im Gespräch gewesen.

Sportlich geht es seit Montag weiter

Im sportlichen Bereich ging es für Trainer Bruno Labbadia und sein Team nach kurzer Weihnachts-Pause ungewohnt früh wieder zurück an die Arbeit. Nach fast zweimonatiger Pause war Jhon Cordoba am Montag auf dem Schenkendorffplatz wieder dabei. „Jhon strotzt vor Tatendrang“, sagte Labbadia, der mit dem genesenen Kolumbianer und dessen Stürmerkollegen nach dem Training noch eine zusätzliche Einheit in der Verwertung von Flanken absolvierte.

Keine Option für das Spiel gegen Schalke ist dagegen der Kapitän Dedryck Boyata. Der 30 Jahre alte Belgier musste die Trainingseinheit aufgrund einer Fußverletzung aus dem Spiel gegen Mainz vor zwei Wochen aussetzen. „Wir haben gehofft, dass er sich in den freien Tagen erholt – wurden aber eines Besseren belehrt“, sagte Labbadia.