Herber Rückschlag für Borussia Dortmund

Für Borussia Dortmund ist das wichtigste Saisonziel in weite Ferne gerückt. Beim 1:2 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt musste das Team von Edin Terzic einen möglicherweise vorentscheidenden Rückschlag im Kampf um einen Champions-League-Platz hinnehmen.

Nach der bereits 10. Saisonniederlage vergrößerte sich der Abstand zum Bundesliga-Tabellenvierten aus Hessen auf sieben Punkte. Im leeren Signal Iduna Park trafen der Dortmunder Nico Schulz (Eigentor/11.) und André Silva (87.) am Karsamstag zum umkämpften Sieg der Gäste, die damit eine Negativserie von zuvor neun Niederlagen in Dortmund beendeten.

Für die Borussia taugte die Partie nicht als Mutmacher für das schwere Viertelfinal-Hinspiel in der europäischen Königsklasse drei Tage später bei Manchester City. Daran konnte auch der zwischenzeitliche Ausgleich durch Mats Hummels (45.) nichts ändern.

„Wir können heute einen ganz, ganz großen Schritt machen“, sagte Eintracht-Coach Adi Hütter vor dem Anpfiff beim TV-Sender Sky und bewies mit einer offensiven Taktik viel Mut. Dieser Mut wurde früh belohnt – wenn auch mit Schützenhilfe der Dortmunder. Denn Rechtsverteidiger Nico Schulz beförderte eine Flanke von Gäste-Star Filip Kostic in unglücklicher Manier per Kopf ins eigene Netz und brachte den BVB damit in Rückstand.

Frankfurt hat jetzt sieben Punkte Vorsprung auf Dortmund

Der bis dahin eigentlich passable Start der Borussia, bei denen der von einer Muskelverletzung genesene etatmäßige Außenverteidiger Raphael Guerreiro sich als Spielmacher in der offensiven Zentrale versuchte, wurde damit ad absurdum geführt. Zwar bedrängte der BVB auch nach dem 0:1 weiter das Frankfurter Tor, ließ aber gute Chancen ungenutzt. So vergab Torjäger Erling Haaland (21./25.) gleich zwei Möglichkeiten zum Ausgleich.

Kurz vor der Pause machte sich das große Engagement für den BVB dann doch noch bezahlt. Nationalspieler Can legte nach einer Ecke mit Glück für Abwehrchef Hummels ab, der aus kurzer Distanz seinen vierten Saisontreffer erzielte und seinem Team damit den verdienten Ausgleich bescherte.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Nach Wiederanpfiff verstärkte die Eintracht ihre Angriffsbemühungen. Ein Flachschuss von Kostic (52.) ging jedoch knapp am Tor vorbei. Doch die aktivere Mannschaft blieb zunächst der BVB, der jedoch beim letzten Pass häufig zu fahrig agierte. Bis auf einen Schuss von Guerreiro (60.) in die Arme von Gäste-Keeper Kevin Trapp war nur wenig Torgefahr erkennbar.

Die Eintracht blieb ein unbequemer Gegner und schien bei einem Kopfballteffer von Stefan Ilsanker (65.) der erneuten Führung nahe. Doch der Treffer wurde nach Videoüberprüfung wegen Abseitsstellung aberkannt. Und auch in der umkämpften Schlussphase waren die Frankfurter dem 2:1 näher als der BVB.

Djibril Sow verfehlte in der 79. Minute aus aussichtsreicher Position noch das Tor. Doch wieder einmal war auf Silva Verlass. Nach Flanke von Kostic war der Eintracht-Torjäger per Kopf zur Stelle und bescherte seinem Team einen wichtigen Sieg. (dpa)